Flensburg : Tarup: Ein Baugebiet im Feuchtbiotop?

Neues Wohnen an der Ringstraße: Patt im Ausschuss

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23. Januar 2012, 06:29 Uhr

Flensburg | Kurt Neumann verglich das Gebiet mit der Mecklenburger Seenplatte. Woher genau das Wasser kommt, weiß niemand. Aber immer dann, wenn es heftig regnet, ist die Fläche zwischen Tarup-Süd und Ringstraße schnell überschwemmt. Schneller als andere Flächen. Und trotzdem möchten die Stadtplaner- derartige Anläufe gab es schon zu Zeiten Oberbürgermeister Stells - hier ein Baugebiet ausweisen. Für "Wasserhäuser?", unkte Ratsherr Jörg Pepmeyer (Akopol) auf der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses.

Die im städtischen Besitz befindliche Fläche liegt strategisch günstig und erfordert nur wenig Aufwand für die Verkehrserschließung. Künftige Bewohner könnten locker von der Ringstraße aus zu ihren Häusern fahren. Aus ökologischer Sicht, so heißt es, ist es auch nicht besonders wertvoll, da hier in den letzten Jahren vor allem Mais angebaut worden sei. "Das Interessanteste ist der Wassertümpel in der Mitte", urteilte Elmar Westphal (WiF) im Ausschuss.

CDU-Mann Kurt Neumann hatte nicht grundsätzlich etwas gegen den Plan, hier bauen zu lassen. Er verlangte aber, das Thema Überschwemmung abzuarbeiten. "Da gibt es sicher eine Lösung", meinte er. Westphal regte vorsorglich an, den Tümpel zu einem regelrechten Teich auszubauen, der Regenwasser aufnehmen und eine Bereicherung für das Gebiet sein könnte.

Doch es gab auch Kritiker. Die SPD werde dem Ansinnen nicht zustimmen, so Stephan Kienaß, weil das Gebiet eine wichtige Kaltluftschneise für die Innenstadt sei und nicht zugebaut werden dürfe. Außerdem sei wegen der benachbarten Sportanlagen des SV Adelby und der naturnahen Spielfläche im Süden mit Klagen künftiger Anwohner wegen möglicher Lärmbelastungen zu rechnen. "Lohnt sich der Aufwand?", fragte Kienaß und gab die Antwort gleich mit.

Der SSW hingegen will die Planung um fünf Jahre zurückstellen, weil es derzeit keinen Bedarf gebe, argumentierte Glenn Dierking. Für die Planung sprachen sich die Vertreter der WiF und der Grünen aus. "Wenn wir auf dieses Gebiet verzichten, müssen wir auf alle anderen auch verzichten", sagte Elmar Westphal. Uwe Lorenzen (Grüne) verwies auf die gute Verkehrsanbindung des Areals. Am Ende gab es bei zwei Abstimmungen jeweils ein Patt: keine Mehrheit für die Lösung der fünfjährigen Vertagung, aber auch keine für die Aufstellung eines Bebauungsplans.

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