zur Navigation springen

Lichtblick im Herbst : Tarup: Der Einzelhandel kehrt zurück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Callcenter-Besitzer Martin Aye kauft ausgemusterte Liegenschaft von der NOSPA / Wohnungen, Restaurant, Biergarten und ein kleiner Nahversorgungsmarkt in Planung

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Wird’s am Ende doch noch Ernst für Tarup? Wenn die Zeichen nicht trügen, könnte im nächsten Jahr das verwaiste Ortszentrum wiederbelebt werden. Nach einer ganzen Reihe von vergeblichen Anläufen scheint jetzt ein Investor gefunden zu sein, der sich auch zu springen traut. Martin Aye jedenfalls ist angetreten, die Wüstenei im Herzen des immer noch dörflich geprägten Ortsteiles zu reanimieren.

Dreieinhalb Jahre lebten die Taruper mehr schlecht als recht mit einem eigenartigen Paradoxon. Neben Flensburg-Weiche ist das am östlichen Stadtrand gelegene Tarup der Stadtteil mit dem größten Wachstumspotenzial. Doch der Einzelhandel hat Tarup seit dem 1. April 2010 den Rücken gekehrt. Damals schloss der Edeka-Markt an der Kreuzlücke. Seither verfällt das gefühlte Taruper Ortszentrum.

Damit soll nun Schluss sein. Und dieses Mal deutet alles darauf hin, dass sich jemand sehr ernsthaft mit diesem Standort beschäftigt hat, denn Martin Aye hat das Objekt gekauft und nicht nur Kaufgespräche geführt wie alle vor ihm. „Letzte Woche waren wir beim Notar“, bestätigt Aye. Gekauft ist nicht nur der ehemalige Supermarkt, sondern auch das Einzelgebäude gegenüber, das bis August noch von einer Apotheke besiedelt war. „Wenn schon, denn schon!“ meint der neue Eigentümer. „Ich will größtmögliche Bewegungsfreiheit an diesem Standort.“

Dass Martin Aye zugegriffen hat, ist zu einem nicht geringen Teil seiner Biografie geschuldet, denn in diesem Teil Tarups hat er die ersten 20 Jahre seines Lebens zugebracht, seine Eltern wohnen noch immer gleich um die Ecke. Möglicherweise gab’s von dort den einen oder anderen Hinweis an den erfolgreichen Telekommunikations-Unternehmer (Carebyphone) dem Dorf etwas zurückzugeben, das für seine Sozialisation eine nicht geringe Rolle gespielt hat. „Ich weiß, das ist nicht ein Standort, an dem die Interessenten Schlange stehen“, sagt Aye. „Ich habe schon eine ganze Reihe Gespräche geführt. Für die Großen im Einzelhandel ist der Markt zu klein, aber ich verfolge noch etliche andere Szenarien mehr. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dieser Standort nicht funktioniert.“

Seine Lieblings-Idee ist momentan ein Gebäude, das unten einen sehr guten Italiener mit schönem Biergarten sowie auf maximal 400 Quadratmetern einen Minimarkt für die Nahversorgung beherbergt. Ein, besser zwei zusätzliche Geschosse wären für weitere Dienstleister beziehungsweise Wohnen reserviert. Die Suche nach den Ankermietern für dieses Konzept läuft, ein Architekt plant bereits verschiedene Varianten durch.

Bei der Bürgerinitiative, mit der Aye eng zusammenarbeiten will, herrscht naturgemäß eitel Freude. Sie hat schon einige Anläufe scheitern sehen, jetzt ist die Gruppe um die ehemaligen Ratspolitikerinnen Simone Lange und Regina Porath zuversichtlich. „Dass Herr Aye das Objekt tatsächlich gekauft hat, ist ein Riesen-Ausrufungszeichen“, freut sich Lange. Auch für die BI. „Das zeigt doch, dass es sich lohnt, einen langen Atem zu haben.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen