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Flensburger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:10 Uhr

Wasserwerk : Tarp will Wasserversorgung sichern

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeinde Tarp plant einen weiteren Brunnen. Zwei Anlagen sind bereits seit 60 Jahren in Betrieb und versorgen rund 3300 Haushalte. Die Tendenz ist wegen des Neubaugebiets allerdings steigend.

„Ist es noch zeitgemäß, dass eine Gemeinde ein eigenes Wasserwerk betreibt?“ In Tarp lautet die Antwort eindeutig Ja. Als im Jahr 1959 in der 1500 Seelengemeinde Tarp die Bundeswehr ihre Kaserne mit etwa 2000 Menschen bezog, reichte die Wassermenge, die vom damalige Brunnen im Treenetal bei dem Getränkehersteller Knudsen „Treenetaler“ gefördert wurde, nicht mehr. So baute die Bundeswehr 1959 das Wasserwerk direkt am Kasernenzaun und ließ zwei Brunnen mit einer Tiefe von 69 Meter und 72 Meter bohren. In den bisher vergangenen beinahe 60 Jahren ist viel Wasser aus diesen und einem 1974 zusätzlich 120 Meter tiefen dritten Brunnen geflossen. Allerdings musste und muss auch weiterhin kräftig investiert werden. Jetzt ist ein weiterer Brunnen in Planung.

Wilfried Kiesbye arbeitet seit 1993 und Axel Wuggazer seit 1998 im Wasserwerk. Sie betreuen rund 3310 Haushalte, die Tendenz ist wegen des Neubaugebietes Schellenpark steigend. Seit 1960 ist Tarp stark gewachsen– 2005 waren es schon 6000 Einwohner. Der zusätzliche 120-Meter-Brunnen im Wald an der Wanderuper Straße aus dem Jahr 1974 brachte zusätzliche Versorgungssicherheit. Die Förderleistung der Brunnen eins und zwei beträgt 60 Kubikmeter in der Stunde, die von Brunnen drei 120 Kubikmeter/Stunde. Nun soll Brunnen Nummer vier hinzukommen. Der Grund: Vorsorge, da Brunnen eins und zwei nach 57 Betriebsjahren plötzlich ausfallen könnten.

Der Wasserverbrauch im Ort schwankt zwischen 700 und 1200 Kubikmeter pro Tag, je nach Jahreszeit. In der Saison zwischen Mai und September werden allein im Freizeitbad für die Erstbefüllung, die tägliche Filterspülung und für Verdunstung 13  300 Kubikmeter benötigt. 2700 Kubikmeter laufen in den etwa 130 Betriebstagen durch die Duschen, überwiegend Warmwasser.

Der Etat des Wasserwerkes beträgt 357  000 Euro im Jahr. Als „kostenrechnende Einrichtung“ darf es weder Gewinn abwerfen noch Verluste bringen – es muss sich aus Gebühren selber tragen. Der Wasserpreis ist mit 87 Cent pro Kubikmeter (plus sieben Prozent Umsatzsteuer) günstig. Aber: Der Wasserpreis wird von einem unabhängigen Ingenieurbüro für drei Jahre kalkuliert. Fest ist er bis einschließlich 2017. „Ob er wegen der hohen Investitionen nach 2017 angehoben werden muss, wird im nächsten Jahr zu erkennen sein“, stellt Kämmerin Petra Venz klar.

Vor zwei Jahren wurden vier Filter für die Wasseraufbereitung saniert, Kosten 70  000 Euro. 2016 gab es eine neue Hauptpumpe für 40  000 Euro. Gerade wurde eine neue Notversorgungsleitung zur Hauptleitung des Wasserverbandes Nord nach Jerrishoe gebaut (185  000 Euro). Als nächstes steht die Sanierung der zwei Reinwasserbehälter an, Kosten: 150  000 Euro. Zur Finanzierung der Maßnahmen wird ein Kredit über 300  000 Euro aufgenommen, die Laufzeit beträgt 20 Jahre.

Wenn abends im Fernsehen über das Wetter berichtet wird, läuft häufig ein Band mit Wetterangaben am unteren Bildrand, teilweise auch mit den Tarper Werten. Denn seit 2005 steht auf dem Grundstück des Wasserwerkes die Wetterstation, von der die Daten wie Temparatur, Sonnenscheindauer, Windrichtung und -stärke ohne Zeitverzögerung zur Zentrale der Meteo-Media in die Schweiz übertragen werden, wo sie verarbeitet und an die Fernsehstationen weitergeleitet werden.

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