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Flensburger Tageblatt

19. August 2017 | 17:33 Uhr

Tanz in der Farbwolke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Trend des Holi-Festival kommt nach Flensburg – am 8. September findet das bunte Spektakel auf dem Campus-Gelände statt

Sie sitzen im Bus, in der Bahn, laufen durch die Straßen. Menschen, deren Haare, Haut und Kleidung in den verschiedensten Farben erstrahlen. Trotzdem oder gerade deswegen wirken sie gleichermaßen glücklich und erschöpft.

Im Norden Indiens würde dieser Anblick nicht verwundern. Im Rahmen des „Holi“-Festes heißen die Hindus den Frühling willkommen, indem sie sich gegenseitig mit dem farbigen Pulver „Gulal“ bewerfen, mit Wasser bespritzen und ausgelassen in den Straßen feiern. Um den Ursprung des indischen Frühlingsfestes ranken sich viele Legenden. In der bekanntesten heißt es, „Holi“ sei ein Fest zu Ehren der Fruchtbarkeit und Ernte. Andere handeln vom Kampf der Götter gegen die Dämonen und schließlich dem Sieg des Guten über das Böse.

Während des „Holi“-Festes verschwimmen die Grenzen zwischen den Kasten, die Kluft zwischen Jung und Alt, Arm und Reich wird einstweilig überwunden. Das Farbenfest hat mit der Fastnacht einiges gemeinsam. Denn durch die Masken und Verkleidungen kann jeder sein, was er will. Es ist egal, ob er im echten Leben hinter der Kasse oder im Chefsessel sitzt. Die Farben wirken auf ähnliche Weise wie die Kostüme, sie verbergen die Unterschiede.

Doch jetzt ist weder Frühling noch sind tausende Deutsche zum Hinduismus konvertiert. Dennoch sollte man sich hierzulande mittlerweile an den Anblick bunter Menschenmassen gewöhnt haben – da sich der farbenfrohe, indische Brauch rasend schnell zum Festival-Trend entwickelt hat.

Erst im Sommer letzten Jahres fand in Berlin das erste „Holi Festival Of Colours“ Europas statt. Dort tanzten und feierten erstmals in der Festivalgeschichte der Republik Tausende Menschen in einer riesigen Farbwolke. Die Nachfrage nach dem Festival mit dem Farbpulver ist groß, so dass mehrere Veranstalter in zahlreichen Städten „Holi“-Festivals organisieren.

Die meisten „Holi“-Festivalgänger schwärmen von der Stimmung und der Farbenpracht, Außenstehenden jedoch ist das wilde Treiben mit dem knalligen Pulver teils ungeheuer. Zu unrecht, da die auf den Festivals verwendeten Holi-Farben keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Sie werden hergestellt auf Basis von Maismehl sowie Lebensmittelfarben und geprüft von unabhängigen Gutachtern. Nur Allergiker und Asthmatiker sollten ihre Atemwege mithilfe von etwa Tüchern oder Atemmasken schützen. Es muss auch kein Besucher der Trend-Festivals am nächsten Tag mit bunter Haut zur Arbeit erscheinen, denn das Farbpulver lässt sich problemlos entfernen. Wie man es trotz der Farbenpracht schafft , seine Autositze nicht zu ruinieren oder vom Busfahrer mitgenommen zu werden, ist die größere Herausforderung.

Das „Holi“ kommt am 8. September nach Flensburg und findet auf dem Gelände der Universität statt. Danach wird man die bunten Gestalten auch durch die Fördestadt in Richtung Heimat wandern sehen.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 05:59 Uhr

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