Talentwerkstatt startet in die zweite Runde

Kluge Köpfe stecken dahinter: Johanna Dopatka nahm an der Talente-Werkstatt der Initiatoren Wolfgang Schmütz und Dirk Neuberger (von links) teil. Foto: nissen
Kluge Köpfe stecken dahinter: Johanna Dopatka nahm an der Talente-Werkstatt der Initiatoren Wolfgang Schmütz und Dirk Neuberger (von links) teil. Foto: nissen

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14. Januar 2013, 07:44 Uhr

Flensburg | Johanna Dopatka lächelt. Und das, obwohl sie gerade eine sechsstündige Probeklausur fürs Abitur geschrieben hat. Obwohl in wenigen Wochen die richtigen Prüfungen anstehen und damit auch die Frage, wie es danach weitergeht. Dopatka weiß das bereits. Und sie hat nicht irgendeinen Beruf gewählt, sie ist überzeugt, den richtigen gewählt zu haben. Vielleicht strahlt sie deshalb diese Gelassenheit aus. Die 18-jährige Schülerin der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) wird ein duales Studium bei einer Hamburger Unternehmensberatung beginnen. "Ich will Projektmanagerin werden", sagt sie.

Dass Dopatka bereits so klare berufliche Pläne hat, liegt vor allem daran, dass sie an der Flensburger Talentwerkstatt teilgenommen hat. Vorher fand sie vieles spannend, wusste aber nicht so recht, was zu ihr passte. Die Talentwerkstatt ist ein neues Projekt der Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche Flensburg. Ziel ist es, Oberstufenschüler bei der Berufswahl zu unterstützen. Initiiert wurde es von den Flensburgern Wolfgang Schmütz und Dirk Neuberger. Im Dezember wurde die Talentwerkstatt vom Verein "Flensburg Innovativ" bereits mit dem Innovations-Oskar ausgezeichnet.

Dabei verstehen Schmütz und Neuberger ihr ehrenamtliches Projekt nicht als Konkurrenz zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit und den Studienberatungsstellen, sondern als zusätzliches Angebot. Und es unterscheidet sich auch deutlich davon. Die beiden Männer - der eine Wirtschaftsförderer bei der Wireg, der andere Projektmanager bei Queisser Pharma - nutzen gleich eine ganze Reihe von Tests.

Mit Hilfe eines ersten Fragebogens sollte Dopatka sich über ihre Stärken bewusst werden. In einem zweiten ging es darum, wie Familienmitglieder und Freunde sie sehen. Dann folgte eine Stärken-Analyse des Meinungs- und Marktforschungsinstitutes Gallup und schließlich noch ein Berufswahltest.

Es ist die Verknüpfung verschiedener Methoden und Ansätze und die enge Betreuung, die das Konzept ausmachen. Nach jedem Test folgt eine Auswertung und ein Treffen mit den anderen. "Jeder hat erzählt, was er über sich herausgefunden hat und wie es ihm damit geht", sagt Dopatka. Am Ende sollte sie mit Unterstützung der Talentwerkstatt einen Plan aufstellen, wie sie an ihr berufliches Ziel kommt. Der erste Schritt bestand darin, die eigene Tante anzurufen. Die arbeitet bei DHL. "Ich wollte dort mit einem Praktikum beginnen", sagt Dopatka. Am Ende stand der Job in Hamburg.

Die Idee für das Projekt kam Schmütz, als er sich vor einigen Jahren mit seinen eigenen Talenten auseinandersetzte. "Ich stand in meinem damaligen Job unter starkem Druck. Nachdem ich immer wieder gefühlt habe, dass ich dort nicht am richtigen Platz bin, wollte ich genau wissen, bei welcher Tätigkeit ich die in mir verborgenen Talente am besten einsetzen kann", sagt er. "Mit unserem Testverfahren habe ich meinen Traum-Arbeitsplatz als Wirtschaftsförderer der Stadt Flensburg gefunden."

Bei der Kirche und seinem Freund Neuberger fand er Mitstreiter für die Talentwerkstatt. "Oberstufenschüler haben extrem viele Möglichkeiten und es besteht die Gefahr, dass sie sich dabei verlieren", sagt Neuberger. Er möchte Jugendliche dabei unterstützen, ihre wahren Talente zu erkennen.

Ziel ist es, das Projekt mit Unterstützung von Lehrern sowie der Universität Flensburg kontinuierlich auszubauen. Am Sonnabend, 19. Januar, startet die Talentwerkstatt in die zweite Runde. Oberstufenschüler aus Flensburg und Umgebung, die Interesse daran haben, können unter www.talent-werkstatt-flensburg.de weitere Informationen erfragen oder sich gleich anmelden. Die Teilnahme kostet 52 Euro.

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