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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:26 Uhr

Steinberg : Tage des Glücks auf dem Bauernhof

vom

Hof Norderlück in Steinberg zeigt Schülern seit 20 Jahren, wie Nahrungsmittel entstehen. Großes Lob für herzliche Zuwendung der Mitarbeiter.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 07:35 Uhr

Steinberg | Für rund 15 000 Grundschüler im Alter von acht bis zwölf Jahren - vornehmlich aus Hamburg - war in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten der ökologische Schulbauernhof Norderlück nahe der Ostsee in Steinberg Ziel ihrer Klassenfahrten. Hier tauchten sie in den Alltag eines Bauernhofs ein, lernten die Arbeitsabläufe kennen, melkten Kühe, fütterten Schweine und Hühner und machten mit, wenn es galt, zu säen und die Ernte einzubringen - sie erfuhren, woher unser Essen kommt.

Norderlück ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden, und damit hat sich der von Initiatorin und Organisatorin Irmgard Ehlerding geträumte Traum erfüllt. Nun wurde auf dem Schulbauernhof das 20-jährige Bestehen gefeiert - mit vielen Aktivitäten und Besuchern, wobei das Wetter allerdings nicht so ganz mitspielte. Doch das tat der Freude keinen Abbruch.

Ermöglicht wurde das Fest von der Ehlerding-Stiftung, die seit dem Jahr 2000 besteht und die Pro-Jugend-Stiftung, vom Kaufmanns-Ehepaar Irmgard und Karl Ehlerding 1991 ins Leben gerufen, ablöste. Finanziert durch Kapitalertrag der Stiftung, Spenden und andere Einnahmen ist Norderlück bundesweit einer der ältesten ökologischen Schulbauernhöfe - und der nördlichste. Doch damit des Engagements der beiden Hanseaten nicht genug. Ihre Stiftung unterhält auch das erlebnispädagogische Schullandheim in Barghausen bei Osnabrück sowie "Kids-Partnerschaften" in Hamburg.

"Raus aus dem Klassenzimmer - rein in den Schweinestall", fasste Irmgard Ehlerding das Konzept zusammen und sagte, Norderlück reime sich nicht nur auf Glück, sondern sei auch ein wahrer Glücksfall. Im Frühjahr 1991 entdeckte sie in Steinberg besagtes Anwesen. Sie ist selbst zweifache Mutter und schnell war klar, dass sie hier genau das gefunden hatte, was sie für ihr Vorhaben - Lernen mit Herz und Hand - gesucht hatte. 1992 weilten in Norderlück Kinder aus Tschernobyl, um sich bei gesunder Luft drei Wochen lang zu erholen, 1993 kamen die ersten Schulklassen. Die durchweg positiven Rückmeldungen, so Irmgard Ehlerding - "meine liebste Lektüre" -, waren und seien für sie Ansporn, ihr Tun zu verstärken. Wichtig sei, dass die Kinder sich wohlfühlen und die Kreisläufe der Natur hautnah erleben. Der Hof sei für die Kinder auch deshalb wichtig, weil sie hier all ihre Sinne schärfen könnten.

Längst ist der Schulbauernhof in der Gemeinde eine feste Größe, ist auch Arbeitgeber. Bereits seit zwei Jahrzehnten ist Renate Henningsen aus Norgaardholz in dieser Einrichtung als Köchin tätig - für diese Treue gab es von der Stiftungs-Vorsitzenden nicht nur Worte des Dankes, sondern auch Dienstjubiläums-Blumen.

Ebenfalls seit 20 Jahren unterstützt Steinbergs Bürgermeister Gerhard Geißler wohlwollend die Einrichtung, die bis zu 50 Kinder und ihre Lehrer aufnehmen kann. Der Schulbauernhof sei für die Gemeinde ein Glücksfall, sagte er. Lehrer Wolf Röse aus Hamburg, für den Norderlück vier Mal das Klassenfahrt-Ziel mit Grundschülern war, schilderte seine Eindrücke. Für die Kinder waren die Aufenthalte, wie er sagte, "Tage des Glücks". Die herzliche Zuwendung durch die Mitarbeiter habe sich in der Erinnerung der Kinder verankert. Des Lehrers Wunsch war, dass die Stiftung weiterhin einen langen Atem mit viel Herz, Seele und Kraft haben möge. Diesen Worten schlossen sich Förderer der Stiftung und damit des ökologischen Schulbauern hofes an.

Da blieb Gerhard Herchert, seit 16 Jahren pädagogischer Norderlück-Leiter, nur, sich bei seiner Chefin Irmgard Ehlerding zu bedanken - mit in Wort und Bild festgehaltenen Ereignissen rund um Norderlück - und dazu einzuladen, in den Hof einzutauchen. Und das war allemal spannend. Man konnte sogar dabei zuschauen, wie Schafe geschoren werden.

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