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Schwache Lüftungsanlagen : Sylter Klassen droht wieder dicke Luft

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Kopfschmerzen und Atemprobleme: Bereits 2012 litten Sylter Schüler unter schwachen Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern. Über die Osterferien sollte Abhilfe geschaffen werden - doch der Plan droht zu scheitern.

Westerland. Rauchende Köpfe wie im vergangenen Jahr: Nach dem jetzigem Stand wird man auch in diesem Sommer die Klassenräume in der Regionalschule nicht ausreichend lüften können. Kopfschmerzen, Atem- und Kreislaufprobleme drohen Lehrern und Schülern damit auch in den kommenden Monaten.

Ursprünglich sollten die zu schwachen Lüftungsanlagen über die Osterferien aufgerüstet werden, doch dieses Vorhaben droht jetzt zu scheitern: Der Grund seien Lieferschwierigkeiten der beauftragten Firma, berichtete Ute Ernst vom Kommunalen Liegenschafts-Management (KLM) auf der Schulverbandssitzung am Dienstag. Statt der zusätzlichen Geräte, die die Lüftungsleistung mehr als verdoppeln sollten, könne die Firma nur die leeren Gehäuse anliefern.

"Wir müssen handeln"

Diese Nachricht löste bei den Verbandsmitgliedern Fassungslosigkeit aus. "Im schlimmsten Fall kann es sein, dass wir Klassen schließen müssen", mahnte Regionalschulleiter Dr. Wolf-Dietmar Stein. Schon jetzt gebe es wieder Klagen von Lehrern und Schülern. Daraufhin forderte Mathias Lauritzen (SPD), dass der Schulverband nun dringend Pläne für einen "worst case" erarbeiten müsse, falls "die Schule wegen der untragbaren Lüftung ganz geschlossen werden muss." "Wir müssen handeln", befand auch Bürgermeisterin Petra Reiber.

Neben den Lieferschwierigkeiten steht der Schulverband vor einem weiteren Problem: Ein gerichtlicher Gutachter, der den erneuten Umbau vor Ostern freigeben sollte, ist bisher nicht aufgetaucht. Das Verfahren dient dabei der Dokumentation von vermeintlicher Fehlplanung des ursprünglich beauftragten Planungsbüros. Die Gemeinde und KLM wollen die entstehenden Mehrkosten der Aufrüstung in Höhe von 110.000 Euro einklagen. Bevor der vermeintliche Schaden aber vom Fachmann nicht in Augenschein genommen worden ist, "dürfen wir den schadhaften Zustand eigentlich nicht verändern", gab Bürgermeisterin Petra Reiber zu bedenken. Damit sind dem Schulverband und KLM rechtlich die Hände gebunden, wollen sie ihre Chancen auf Schadensersatz nicht schmälern.

Bereitstellung zusätzlicher Gelder

Petra Reiber fand in dieser verfahrenen Situation deutliche Worte: "Wir werden den Gutachter über unseren Anwalt erneut auffordern, zu kommen, ansonsten bewerte ich den Schutz der Kinder als Teil der Gefahrenabwehr, die uns zum handeln zwingt. Der Schutz der Kinder steht über allem." Was aber tun, wenn Gutachter und Lüftungsgeräte weiter nicht verfügbar sind? Wie den Hitze-Gau in den 22 betroffenen Klassenzimmern noch abwenden? Schließlich beauftragten die Schulverbandsmitglieder die Verwaltung, den kurzfristigen Einbau von Fenstern in die Klassenzimmer zu prüfen. Auch auf die Gefahr hin, dass bereits gezahlte Fördergelder für die ursprüngliche Nachrüstung wieder zurückgezahlt werden müssen.

Um im Fall, dass sich Gutachter und Geräte noch anfinden sollten, handlungsfähig zu bleiben, gab das Gremium die Mittel für die Nachrüstung der Lüftungsanlagen von 775.000 Euro frei. 87.000 Euro aus dieser Summe sollen zudem in bessere Be- und Entlüftung von Atrium und Forum fließen. Damit ist die Rücklage des Schulverbands von 788.000 Euro nahezu aufgebraucht. "Ich bin froh, dass die zusätzlichen Gelder bereitgestellt wurden. Forum und Atrium werden aber nicht als Ersatz für Klassenräume herhalten können", sagte Schulzentrumsleiterin Gonde Dethlefsen.

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erstellt am 14.Mär.2013 | 10:27 Uhr

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