Flensburgs Stadtpräsidentin : Swetlana Krätzschmar hadert mit ihrer CDU

Scheidende Stadtpräsidentin: Swetlana Krätzschmar.
Scheidende Stadtpräsidentin: Swetlana Krätzschmar.

Darum kandidiert die Stadtpräsidentin nicht wieder: Kritik an Merkels Europa- und Flüchtlingspolitik sowie an OB-Kandidaten-Findung

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20. Februar 2018, 06:21 Uhr

Ihre Beliebtheit ist genauso parteiübergreifend wie das Bedauern darüber, dass Swetlana Krätzschmar keine zweite Amtsperiode Stadtpräsidentin sein wird. Erstmals, seit ihr Verzicht auf eine Kandidatur bei der Kommunalwahl im Mai für die CDU Flensburg bei der Wahlkreismitgliederversammlung am 22. Januar bekannt wurde (wir berichteten), äußert sie sich zu den Gründen.

Ihren Entschluss habe sie nach „reiflicher Überlegung und zahlreichen Gesprächen“ getroffen, und er sei ihr nicht leicht gefallen; schließlich sei sie ihren Verpflichtungen als Stadtpräsidentin sehr gern nachgekommen, sagt Swetlana Krätzschmar im Interview mit unserer Zeitung. Doch könne sie „guten Gewissens eine Mitverantwortung für viele Bereiche der derzeitigen CDU-Politik nicht länger übernehmen“.

Ihre Kritik richtet sie zum einen an die Bundesvorsitzende Angela Merkel und Entscheidungen in diversen Politikfeldern (Euro-Rettung, Europa-Politik, Medien- und in der Flüchtlings-Politik); Entscheidungen, an deren Rechtmäßigkeit es berechtigte Zweifel gebe und für die sie keine Mitverantwortung tragen könne. „Die CDU braucht eine Rückbesinnung auf ihren Markenkern – soziale Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, Familie und Bildung“, fordert Krätzschmar. Aber auch mit Beschlüssen der Flensburger CDU ist sie nicht einverstanden. Dazu zählt die Einigung zweier Parteikollegen auf eine Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl 2016 „unter Umgehung einer Findungskommission, so wie es demokratischer Brauch ist“. Damit habe die Partei die Auswahlmöglichkeiten der Wähler eingeschränkt, statt alle Kandidaten anzuhören und den Besten zu unterstützen. Die Diplom- Mathematikerin, die in der ehemaligen Sowjetunion zur Welt kam, sieht ihre Partei vor einem Umbruch und hat ihre eigene Mitgliedschaft noch nicht abschließend geklärt.

Im Interview führt die scheidende Stadtpräsidentin, die seit 1990 in Flensburg lebt, ihre Bedenken weiter aus, spricht zur Willkommenskultur, zur Umstrukturierung der Verwaltung und von einem „Traum“: einer UN-Einrichtung in Flensburg, „die weltweit Volksabstimmungen über strittige Grenzen organisieren würde“. Das gesamte Interview
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