Supi-suffizient

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shz.de von
08. Juni 2018, 12:07 Uhr

 Fünf Wochen ist es nun her, dass die Flensburger ein neues Stadtparlament in Auftrag gegeben haben und schon dürfte es den einen oder die andere bitter reuen. Denn leider kann man Parlamente nicht bequem vom Sofa aus bestellen, bekommt sie frei Haus geliefert, aufgebaut und fix & fertig angeschlossen. Nein. Stadtparlamente gelten als schwierige Ware, weil sie oft nicht in klar definierte Funktionszustände zu bringen sind.

So befindet sich das aktuelle Stadtparlament seit Lieferung permanent im Stadium der Insuffizienz. Es ist ihm noch nicht gelungen, die Präsidentschaft zu aktivieren, eine sehr zentrale Funktion im System. Das ist auch kein Wunder. Es gibt drei konkurrierende Kandidaten, von denen Eine(r) von 43 Leuten in acht überwiegend rivalisierenden Lagern konsensual zu bestimmen ist. Als wäre das noch nicht schlimm genug, kann diese Konstellation in eine hyperkritische Totalinsuffizienz führen, die nur durch einen präsidialen Akt zu lösen ist, den, siehe oben, es aber nicht geben kann, weil: die Präsidentschaft gibt’s ja noch gar nicht. Und so grüßt entweder täglich das Flensburger Murmeltier oder das Stadtparlament löst sich in Anarchie auf oder die Bürger ernennen per Akklamation Swetlana Krätzschmar zur Stadtpräsidentin auf Lebenszeit, was vermutlich das Beste für Flensburg wäre. Dann wäre alles supi-suffizient und man könnte sich endlich um die Probleme der Bürger kümmern.

Und die zahlen - wie wir seit der Aufwertung der One-Man-Show „Flensburg Wählen“ zur Mini-Fraktion wissen – gar nicht so schlecht. 26 000 Euro stehen plötzlich zur Verfügung, um den WiF-Wechsler Marc Paysen als Minifraktionsgeschäftsführer von „Flensburg Wählen“ zu bezahlen. Damit wird Kommunalpolitik – wenigstens für einen – endlich auch finanziell attraktiv. Manchmal wünschte man sich als Wähler wirklich ein Rückgaberecht. . .

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