Rathaus Flensburg : Super-Dezernent ohne Grenzen

„Hätte Lange es nicht gemacht, hätten wir ihn vorgeschlagen“: Der neue Dezernent Stephan Kleinschmidt zwischen Politik (Arne Rüstemeier) und OB Simone Lange.
„Hätte Lange es nicht gemacht, hätten wir ihn vorgeschlagen“: Der neue Dezernent Stephan Kleinschmidt zwischen Politik (Arne Rüstemeier) und OB Simone Lange.

Das Sonderburger Multi-Talent Stephan Kleinschmidt wird im Rathaus der Mann für die wichtigen Projekte

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28. Februar 2018, 03:35 Uhr

Das Selbstbewusstsein passt, um Flensburgs großes Gestaltungsdezernat zu führen: Stephan Kleinschmidt (40) hat schon im Dezember auf eine politische Option in Kopenhagen verzichtet. Da lief das Bewerbungsverfahren für das neue, vierte Dezernat „Projektkoordination, Dialog und Image“ im Rathaus bereits. Sonderburgs Vize-Bürgermeister, der hauptamtlich in der Kieler Staatskanzlei arbeitet, findet, dass es sich anhört, als sei das Dezernat zugeschnitten auf ihn. Schließlich lauten seine Stationen in 20 Jahren Politik und 17 Jahren Beruf unter anderem Landschaftsplanung, Planungsamt, allerhand Initiativen rund um die Flensburger Förde und die deutsch-dänische Strategie der Landesregierung. „Als ich auf die Stellenanzeige hingewiesen wurde, dachte ich: Das passt wie die Faust aufs Auge“, sagt Kleinschmidt und lobt: „Flensburg ist eine spannende Stadt mit positiver Entwicklung und enormem Potenzial.“ Und eine Stadt mit zahllosen Aufgaben, die er wohl ab 1. Mai als Wahlbeamter verantwortet, wenn der Rat am 15. März dem einstimmigen Votum der Findungskommission folgt, in der alle Fraktionsvorsitzenden und Oberbürgermeisterin Simone Lange saßen.

Der anspruchsvolle künftige Aufgabenbereich lässt sich schnell erahnen. Drei neue Grundschulen und mindestens ebenso viele neue Kitas fallen in seinen Aufgabenbereich, dazu ein Feuerwachenneubau und ein neues Stadion. Auch die Klinikplanung sowie das eine oder andere sensible Einzelprojekt wie das Intercity-Hotel am Bahnhof samt Parkpalette werden ihn beschäftigen.

All das verantwortet derzeit kommissarisch Oberbürgermeisterin Simone Lange, die Kleinschmidt zur Bewerbung aufgefordert hatte. Das wäre aber offenbar nicht notwendig gewesen, wie CDU-Chef Arne Rüstemeier für die Findungskommission erklärte: „Hätte sie es nicht gemacht, hätten wir es getan.“

Lange berichtete von mehr als 50 Bewerbungen, von denen sechs in die engere Wahl genommen und bei einem zweitägigen Workshop in der Akademie Sankelmark zum Gespräch geladen waren. CDU-Chef Arne Rüstemeier sprach von einem politischen Auftrag: „Das Pendel ist so deutlich für unserem Kandidaten ausgeschlagen, dass es auch einen Vertrauensvorschuss bedeutet.“ Das unterstrichen Edgar Möller (SSW), Jochen Haut (SPD) und Erika Vollmer (WiF) für die größeren Ratsfraktionen.

„Das stärkt mir den Rücken und verpflichtet zu guter Zusammenarbeit“, erklärte Kleinschmidt artig. Dann berichtete er, dass er als Mitarbeiter der Landesverwaltung aufhören werde. Seine Sonderburger Ehrenämter als Vize-Bürgermeister und Tourismus-Ausschussvorsitzender werde er behalten, sagte der 40-Jährige. Dann legte er für das Porträtfoto der Stadt den Schlips ab. Kommentar und mehr: S. 9

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