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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 02:04 Uhr

Beschluss : Studienauftrag zum VfB-Problem

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Sportausschuss lässt die Kosten und Machbarkeit einer Verlagerung des in Not geratenen Sportvereins am Bahnhof prüfen.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 13:00 Uhr

Für den im Stadtplanungsgebiet „Bahnhofsumfeld“ um seine Existenz kämpfenden Sportverein VfB Nordmark dürfte gestern ein Tag der Hoffnung gewesen sein. Zunächst verlängerte der Sportausschuss einstimmig das Verfallsdatum des Bleiberechts am Mühlendamm. Viel wichtiger noch: Die Stadtverwaltung muss sich deutlich intensiver als bisher mit der Zukunft des Traditionsvereins beschäftigen.

Ebenfalls einstimmig wurde sie vom Ausschuss beauftragt, drei Machbarkeitsstudien über eine Umsiedlung des Vereins vorzulegen und auf nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 18. März den aktuellen Stand der Umbau- und Sanierungspläne auf dem Bahngelände darzustellen. Mit diesen Arbeitsaufträgen rückt die über Monate wenig substanzielle Hängepartie des VfB erstmals in die Nähe einer Perspektive.

Es war die SSW-Fraktion, die den Druck erhöht hat. Ratsherr Sönke Wisnewski warb im Ausschuss eindringlich für einen fairen Umgang mit dem Club, der unvermutet auf die Abschussliste der Stadtplanung geriet.„Wir müssen dem Verein die Möglichkeit zur Gesundung und eine Perspektive für die Zukunft verschaffen“, so Wisnewski, der zwischen einem wachsenden Stadtteil und einem lebendigen Sportverein ohnehin keinen Widerspruch zu erkennen vermochte.

Damit rannte er nicht unbedingt offene Türen bei den anderen Fraktionen ein, aber trotz manchen Zauderns war wenigstens niemand gewillt, dem VfB und seiner Zukunft die Tür zu versperren. Der ehemalige CDU-Ratsherr Christoph Meißner, der in einer Planungsgruppe des Vereins tätig ist, zeigte sich in einem kurzen Statement vor dem Ausschuss erleichtert. Ursprünglich war dem VfB Nordmark ein Bleiberecht nur noch bis zum Juli 2015 eingeräumt worden, das gestern aber um zwei Jahre verlängert wurde. „Das gibt ein bisschen Luft“, so Meißner, der aber dennoch mahnte, die offenen Fragen zügig zu klären. „Bevor ein neuer Sportplatz bespielt werden kann, muss er ein Jahr ruhen. Das passt so gerade noch.“

Der SSW hatte sich in seinem Antrag auf eine Lösung bezogen, die von der Planungsgruppe der Sportler vorbereitet worden war. Danach würde der VfB mit seiner Anlage am Mühlendamm auf einen vermutlich stark durch Altlasten verunreinigten Standort ziehen, auf dem für Wohnbebauung wohl ein kostspieliger Bodenaustausch erforderlich werden würde. Zwei Machbarkeitsstudien darüber (und die dritte Variante Umzug ans Peelwatt/Gleisdreieck) sollen auch Aussagen über Kosten und Förderungsmöglichkeiten treffen. Wisnewski verwies darauf, dass im Zuge des Konversionsprojektes Grenzlandkaserne dem damaligen Investor wegen Wegfall eines Militärsportplatzes der Bau einer öffentlichen Sportanlage zur Auflage gemacht worden sei. „So etwas muss auch am Bahnhof möglich sein“, meinte der SSW-Politiker, der am meisten Unterstützung durch Heinz-Werner Jezewski (Linke) bekam. „Die Ratsversammlung hat den Verein in diese Situation gebracht, und wir müssen auch dafür sorgen, dass der Verein aus dieser Situation heil herauskommt.“

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