zur Navigation springen

Lehrer-Studium : Studenten-Protest gegen Hängepartie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf ihrem Demonstrationszug vom Campus zum Südermarkt verlangen die künftigen Lehrer definitive Aussagen zu Fächern und Finanzen.

Ein schönes Symbol für die konstruktive Protest-Atmosphäre der Lehrerstudenten auf dem Flensburger Campus: Gestern Nachmittag, als gut 500 künftige Lehrer mit Spruchbändern, Plakaten und Tröten ausgerüstet am Uni-Hauptgebäude vorbei Richtung Innenstadt marschierten, waren zwei Handwerker gerade dabei, ausgerechnet den Raucherpavillon vor dem Uni-Entree wieder aufzubauen – jener Glaskasten, den Sturm Christian Ende Oktober am ersten Tag des vergangenen Semesters zerfetzte, als er Teile des Uni-Daches auf den Parkplatz riss.

Trotz frischen Westwinds und Regenschauern waren mehr als 500 Lehramtsstudierende gestern auf den Beinen, um an der mobilen „Vollversammlung“ unter freiem Himmel teilzunehmen. Ein Studentenstreik darf der Demonstrationszug zum Südermarkt ja nicht sein.

Mit Bannern wie „Was bildet Ihr uns ein?“, „Eins, zwei, drei – Einheitsbrei“, „Bildung ist keine Ware“ oder „Pleite-Grund Praxissemester“ zogen die aktiven Studierenden zunächst Richtung Campusbad und dann den Munketoft hinab in die Innenstadt.

Hoffnung hätten ihnen die ersten Zugeständnisse von Ministerin Waltraud Wende im Bildungsausschuss gemacht, berichtete eine Vertreterin des Studierendenausschusses Asta der Uni Flensburg. „Schließlich muss auch das Praxissemester finanzierbar sein“, sagte sie: „Ihr müsst ja eure Lebenshaltungskosten bestreiten können“, rief sie ihren Kommilitonen zu. Wende hatte jüngst einen Geldpool für Fahrtkostenerstattungen zugesagt. Nun müsse noch die Frage der Ausgleichsstunden für die betreuenden Mentoren geregelt werden.

Tim Papenfuß aus dem Flensburger Asta-Vorstand, der die mobile Vollversammlung mitorganisiert hatte, war froh, auch zwei Studierendenverteter aus der Uni Kiel mit an der Spitze des Demonstrationszuges zu haben. Schließlich hätten die Studierendenvertretungen aus Flensburg und Kiel gemeinsame Forderungen.

Welche das neben der Finanzspritze im Praxissemester seien? Hier sei ja noch die Höhe offen, gab Tim Papenfuß zu bedenken. Ansonsten gehe es zuallererst um die Ausbildung für die Sekundarstufen I und II: „Wir wollen endlich wissen, welche Fächer und wie viele in der Sekundarstufe II künftig in Flensburg unterrichtet werden, welche in der Sekundarstufe II künftig in Kiel.“ Die Hauptsorge sei die Planungssicherheit für alle Studierenden.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Studentenvertreter der Unis Flensburg und Kiel ein Papier mit gemeinsamen Forderungen vorgelegt. Für die geplanten längeren Praxisphasen mit den Praxissemester verlangen sie zum Beispiel ein landesweites Semesterticket für Busse, Bahnen und Fähren. Zudem müsse garantiert werden, dass alle bisherigen Studierenden die Qualifikation für die Sekundarstufe II bekommen könnten.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen