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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 05:49 Uhr

Campus : Studenten kämpfen für ihren Master

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit Facebook-Portal und Online-Petition wehren sich Studierende gegen die geplante Streichung des Studiums in Prävention und Gesundheitsförderung.

Der Hörsaal im Audimax ist gut besetzt, das Auditorium wirkt gut gelaunt, Professor Toni Faltermaier beschließt die Vorlesung. In der nächsten Woche wird auch der Präsident der Universität, Professor Werner Reinhart, vor den Bachelor-Studenten im Fach „Gesundheit und Ernährung“ sprechen. Denn seit vor einer Woche bekannt wurde, dass der Master-Studiengang „Prävention und Gesundheitsförderung“ an der Uni Flensburg gestrichen werden könnte (wir berichteten), ist der Aufruhr groß.

Reinhart sitzt gerade an der Endfassung des Struktur- und Entwicklungsplans (Step) der Universität, dem „Zukunftsprogramm“, das die Ziele der Hochschule für die Jahre bis 2018 festlegen soll. Reinhart nennt die Stichworte „Gründung der Europa-Universität, Internationalisierung, Einführung neuer Studiengänge, Gründung von Forschungszentren, Weiterentwicklung des Lehramtsprofils“, kann – besser: darf – sich jedoch noch nicht konkreter äußern. Denn der Plan, kurz „Step“, wird zunächst dem Senat in einer außerordentlichen Klausursitzung am 5. Februar zur Stellungnahme vorgelegt, erläutert Reinharts persönliche Referentin, Hilke Nissen. Am 12. Februar werde der Step im Senat verabschiedet, vervollständigt Reinhart den Zeitplan.

„Im Rahmen des Step plant das Präsidium dem Senat vorzuschlagen, den Master-Studiengang Prävention und Gesundheitsförderung im Verlauf der Planungsperiode einzustellen – als einen Punkt unter 25 strategischen Profilpunkten“, bestätigt Pressesprecherin Kathrin Fischer. Die Neuausrichtung der Uni und das Auslaufen der Bund-Länder-Mittel, mit denen der Studiengang zum Wintersemester 2008/2009 eingeführt und sonderfinanziert wurde, nennt sie als Gründe für den Vorschlag.

Voraus ging 2005 die Einführung des Bachelors „Gesundheit und Ernährung“, erklärt Toni Faltermaier, der am Aufbau dieses „polyvalenten Studiengangs“ beteiligt war. Er ermöglicht sowohl ein Lehramts- als auch ein außerschulisches Studium, den Master in Prävention und Gesundheitsförderung, anzuschließen. „Wir wurden nie in Frage gestellt“, wundert sich Faltermaier über die Aussicht.

Während es aus der Pressestelle der Uni heißt, dass die aktuell den Master Studierenden ihn „auf jeden Fall zu Ende führen können“, bangen die Bachelor-Studenten. „Ich habe das Studium gewählt, weil ich den Master machen wollte“, sagt Finja Jebens. Die 22-Jährige aus Dithmarschen ist vor einem halben Jahr nach Flensburg gezogen. „Für mich kam es noch nie in Frage, Lehrerin zu werden, aber mit der Abschaffung des außerschulischen Masters hätte ich nun keine andere Wahl mehr, wenn ich hier leben bleiben möchte.“ Ursprünglich wollte Jebens Medizin studieren, doch der Numerus clausus verhinderte das. Ihren Wunsch, im Gesundheitswesen zu arbeiten, behielt sie im Auge. So absolvierte sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, las vom Master-Studiengang und schrieb sich ein. Laura Christine Gercken (21) hingegen möchte Lehrerin werden, fürchtet jedoch die Welle von Wechslern, mit denen sie um einen Masterstudienplatz konkurrieren werde. Den Zeitpunkt für die Neuigkeit hält sie wie ihre Kommilitonen für schlecht gewählt. Sie empfindet die Perspektive als „Riesen-Belastung“. In der Woche um den 12. Februar, wenn die Entscheidung fällt, habe sie fünf Prüfungen und den Kopf sicher nicht frei für die öffentliche Senatssitzung.

Bis dahin aktivieren Studentinnen wie Jessica Schumann (24) und Carmen Schumacher (22) von der Fachschaft Befürworter und sammeln Stimmen für den Master-Studiengang. Denn: „Wenn wir abwarten, bis der Senat sich eine Meinung gebildet hat, dann ist es zu spät“, betont Carmen Schumacher. Finja Jebens ergänzt, dass die Studenten Geschlossenheit zeigen wollen, weil sie ihren Studiengang als Standortfaktor und Aushängeschild begreifen. Der Wegfall würde für sie bedeuten, die Uni wechseln zu müssen.


https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-

des-gesundheitsmasters-an-der-uni-flensburg

 

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erstellt am 29.Jan.2014 | 09:00 Uhr

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