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Verpuffung bei Stadtwerken? : Stromausfall legt große Teile Flensburgs lahm

vom
Aus der Onlineredaktion

Am Sonntagmorgen ging für zwei Stunden nichts in Flensburg und Umgebung. Tausende waren ohne Strom.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2015 | 13:58 Uhr

Flensburg | Nach Problemen mit einer 150.000-Volt-Hochspannungsleitung bei den Stadtwerken haben Tausende Haushalte in Flensburg und Umland den Sonntagmorgen ab 7.45 Uhr für mehr als zwei Stunden völlig ohne Strom verbracht. Noch nicht einmal mehr die Verkehrsampeln funktionierten. Ursache sollen laut dem NDR Probleme im Hochspannungsnetz gewesen sein.

Die Sonntagsbäcker, die Kaffee vorgekocht hatten, verkauften im Halbdunkel nicht nur reichlich Brötchen, sondern eben auch Kaffee – statt mit der Kasse wurde über den Taschenrechner oder per Hand abgerechnet. Das dauerte etwas länger, so dass sich meterlange Schlangen bildeten. Einige Urlauber saßen an den Flensburger Tankstellen fest, weil auch die Förderpumpen der Tanksäulen nur über die Stromversorgung liefen.

Erst zwei Stunden später – um kurz nach 10 Uhr hatten die Flensburger und Glücksburger wieder Strom aus der Steckdose.

Einige Anwohner hatten am Morgen von einem Knall, andere von einem Zischen auf dem Gelände der Stadtwerke berichtet. Die alarmierte Berufsfeuerwehr hatte zunächst Schwierigkeiten, auf das durch Schranken und Tore gesicherte Gelände zu gelangen. Erst mit einer Notentriegelung der Anlagen war es den Brandschützern möglich, auf das Betriebsgelände zu gelangen. Die Kameraden konnten dort kein offenes Feuer feststellen.

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Foto: Karsten Sörensen
 

Kurz vor zehn Uhr gab Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen Entwarnung. Die Umschaltvorgänge hätten etwas länger gedauert, aber beginnend mit dem Flensburger Norden sei die Stromversorgung Stück für Stück wieder aufgebaut worden. Gegen 10 Uhr hatte Flensburg wieder Strom.

Die genaue Ursache werde noch geklärt: „Die Kollegen haben trotz des Wochenendes alles schnellstmöglich geregelt. Im Kraftwerk gab es durch das Auslösen einer Schutzschaltung ein sehr lautes Geräusch, aber keine Explosion.“, so der Sprecher weiter. Die Stadtwerke hatten zeitweilig ein Dieselaggregat aufgestellt, das einzelne Gebiete in Flensburg mit Strom versorgte.

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Foto: Iwersen

Über Facebook berichten einige unserer Leser von Ausfällen der Kabel-Fernsehnetze und Internet-Anschlüsse in mehreren Teilen des Landes. Das digitale Kabelnetz in Glücksburg und Flensburg funktioniert seit etwa 10.30 Uhr wieder.

Die Stadtwerke selbst informierten ihre Kunden am Morgen nicht über den Vorfall. Die Website war durch den Stromausfall ebenfalls lahmgelegt. Als sie anschließend wieder online ging, fehlte jeder Hinweis auf den Stromausfall. Der letzte Eintrag auf der Facebook-Seite der Stadtwerke stammt vom 10. Juli.

<p>Die Zentrale Notaufnahme der DIAKO während des Stromausfalls vom 9. August 2015.</p>

Die Zentrale Notaufnahme der DIAKO während des Stromausfalls vom 9. August 2015.

Foto: Karsten Sörensen
 

Probleme gab es auch bei den Krankenhäusern. Hier mussten die Notstromaggregate die Versorgung der Intensivstationen und OP-Räume übernehmen. Mitarbeiter der Notaufnahme der Diako in Flensburg waren auf Papier und Bleistift für die Patientendaten angewiesen, weil die PC-Anlagen nicht mehr funktionieren. Mitarbeiter der Rettungsdienste wurden aus Sicherheitsgründen am Krankenhaus positioniert, um im Bedarfsfalle schnelle Hilfe zu leisten, die Verbindung lief nur über einige Mobilfunkgeräte,deren Sendemasten die durch den Stromausfall nicht betroffen waren.

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