Mitmachaktion : Stromabwärts mit dem Verbrauch

Vier Stromsparer machen gemeinsame Sache: Bürgermeister Henning Brüggemann, Hans-Jürgen Block, Heinz-Gerhard Gülck und Margrit Hintz.
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Vier Stromsparer machen gemeinsame Sache: Bürgermeister Henning Brüggemann, Hans-Jürgen Block, Heinz-Gerhard Gülck und Margrit Hintz.

Die Flensburger sollen im kommenden Jahr zehn Prozent ihres Stromverbrauchs einsparen. Die Stadtwerke sind Partner bei einer landesweiten Mitmachaktion.

shz.de von
02. November 2013, 07:36 Uhr

„Viele unserer Kunden wissen gar nicht, wo ihr Stromzähler ist“, sagt Christine Hannemann von der Verbraucherberatung Flensburg. Obwohl Strom immer teurer wird, ist das kontrollierte Stromsparen für viele Menschen noch kein Thema. Das soll sich jetzt ändern: Heute beginnt in Flensburg die groß angelegte Kampagne „Stromabwärts“, die eigentlich ein Spiel ist, bei dem man nur gewinnen kann.

Schirmherr ist der bekannte Klimaforscher Mojib Latif, Veranstalter das Schleswig-Holsteinische Energieeffizienz-Zentrum, kurz SHEff-Z. Dessen Chef Hans-Jürgen Block stellte das Projekt gestern vor und gab als erstes das klare Ziel vor: „Zehn Prozent weniger Stromverbrauch im Jahr 2014.“ Das sei locker zu schaffen, verspricht er – durch „niedrig investive Ausgaben und durch Verhalten.“ Mit anderen Worten: Man muss nicht gleich Kühlschrank, Freezer und Waschmaschine gegen neue ersetzen.

Das ganze hat eine spielerische Komponente. Man meldet sich online an und wird mit Beginn der Sparaktion am 1. Januar 2014 laufend über seine Stromsparziele informiert. Durch Ablesen und Eintragen der Zählerstände kann man kontrollieren, ob man im Soll ist oder noch etwas nachlegen muss. Zu Beginn gibt es ein kleines Begrüßungspaket mit LED-Taschenlampe, Kerze, Schreibblock und Broschüre mit vielen Tipps zum Stromsparen. Am Ende kann man sogar einen hochwertigen Preis gewinnen: „Eine Flusskreuzfahrt auf dem Rhein – natürlich stromabwärts“, so Block. Zweiter Preis ist eine Rafting-Tour, und die geht ohnehin nur in eine Richtung. Dritter Preis: ein Pedelec.

Block gibt zu, dass man die Idee beim Freiburger Öko-Institut geklaut habe. „Aber wir haben die lokalen Partner mit im Boot, und das ist neu.“ Mit den Stadtwerken Flensburg ist sogar einer dabei, der gern viel Strom verkaufen möchte. Aber als Mitglied des Klimapakts ist er an Ökologie und Nachhaltigkeit interessiert. „Wir sind Teil der Energiewende und werden unseren Teil dazu beitragen“, sagt Vertriebsleiter Heinz-Gerhard Gülck. Man werde den Flyer zur „Stromabwärts“-Aktion demnächst an die 60 000 Flensburger Stromkunden verschicken.

Weiterer Partner ist die Verbraucherberatung. „Wir machen seit 35 Jahren Energieberatung“, sagt Margrit Hinz, stellvertretende Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die Menschen kommen mit ihrer Stromrechnung zu uns und sagen, das kann ja gar nicht angehen. Dann schauen wir drauf und stellen fest, dass der Verbrauch ganz schön hoch ist.“ Und dann beginne die Beratung. Speziell ausgebildete Energieberater kommen in die Wohnung oder ins Haus. „Die ersten 100 Teilnehmer an der Aktion bekommen das kostenlos“, so Hintz. Drei Tipps zum Stromsparen kann Hans-Jürgen Block den Flensburgern gleich zu Beginn geben: 1. konsequent LED-Leuchten benutzen, 2. Wasser nicht auf dem Herd kochen, 3. Elektropark kritisch anschauen und Standby-Betrieb vermeiden.

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