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Wirtschaftswoche : Strom-Preise: Ranking sieht Flensburg auf Platz 3 der teuersten Städte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Vergleich der Wirtschaftswoche lässt Flensburg schlecht dastehen. Doch die Stadtwerke widersprechen.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 06:35 Uhr

Flensburg | Bonn billig, Flensburg teuer: Das ist die Kernaussage eines groß angelegten Strompreis-Vergleichs, den die Wirtschaftswoche veröffentlicht hat. Unter den 100 größten Städten in Deutschland liegt Flensburg demnach auf Platz drei in der Rangliste der teuersten Städte; nur noch Dresden und Oldenburg sind teurer. Verglichen wurde, wieviel ein Zwei-Personen-Haushalt pro Jahr für Strom bezahlt, und zwar beim billigsten Anbieter vor Ort – also nicht unbedingt beim lokalen Grundversorger, also in Flensburg bei den Stadtwerken.

In Schleswig-Holstein werden die „vorgelagerten“ Nutzungsentgelte von den großen Netzbetreibern über die Stadtwerke bzw. Stromanbieter direkt an die Endverbraucher weitergegeben, sagt Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. Und die seien hier wegen der Windenergie besonders hoch. „Das ist dem Endkunden gegenüber nicht gerecht.“

Für 3500 Kilowattstunden sind demnach an der Förde 901,30 Euro zu bezahlen; bei den Stadtwerken kostet die gleiche Menge laut Homepage sogar 1060,06 Euro. Der Preisanstieg, den die Wirtschaftswoche nennt, fällt in Flensburg indes mit 7,2 Prozent recht mäßig aus und ist in anderen Städten viel höher. Am anderen Ende der Skala liegt Bonn: Da zahlt man nur 723,30 Euro. Laut Wirtschaftswoche ist das unterschiedliche Preisniveau in den Regionen Deutschlands auf die nicht überall gleich hohen Netzentgelte zurückzuführen. Diese seien zu Jahresbeginn in Flensburg um 17 Prozent gestiegen.

Die Stadtwerke Flensburg zeigen sich verwundert und sogar „erschüttert“ über den aktuellen Preisvergleich der „Wirtschaftswoche“ – zumal die Stadtwerke Flensburg in früheren Tests sehr gut da standen, unter anderem in den Top 3 bei Ökostrom-Tarifen. „Das Ranking ist nicht nachvollziehbar, da weder Anbieter noch Produkt genannt sind. Bei einer aktuellen Überprüfung auf Verivox haben wir komplett andere Angebote gefunden“, sagt Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen.

Als „totalen Blödsinn“ bezeichnet er die Aussage, dass die Nähe zu Dänemark eine Rolle spiele und die Netzentgelete erhöhe, sodass Strom-Discounter hier keine kostendeckenden Angebote machen könne.

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