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Stadtwerke Flensburg : Strom konstant – Wärme teurer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz Erhöhung liegen die Preise in Flensburg im Vergleich mit anderen Städten und Energieträgern im unteren Bereich.

Flensburg | Die gute Nachricht: Der Strompreis wird schon im vierten Jahr nacheinander nicht erhöht (Normaltarif). Auch 2016 kostet die Kilowattstunde 29,12 Cent – und das, obwohl die Stadtwerke durch diverse Abgaben und Entgelte 1,108 Cent mehr für die Kilowattstunde berappen müssen. Die nicht so gute Nachricht: Fernwärme wird, wie bereits berichtet, um durchschnittlich 2,1 Prozent teurer – und das bereits im achten Jahr in Folge (siehe Tabelle unten). Seit 2008 ist der Arbeitspreis im Primärnetz um 34 Prozent gestiegen, das sind jährlich 4,25 Prozent. Der Fernwärme-Absatz ist stark wetterabhängig, geht tendenziell aber langfristig zurück (siehe Grafik). Das liegt vor allem an der besseren Wärmedämmung in neuen Wohnhäusern. Bei der Fernwärme hat die Stadt in Flensburg quasi ein Monopol, beim Strom unterliegt sie einem bundesweiten Wettbewerb.

Der Preis pro Megawattstunde steigt im kommenden Jahr von 60,54 Euro auf 62,30 Euro im Primärnetz. Der Grundpreis bleibt mit 35,94 Euro pro Kilowatt und Jahr gleich. Für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 27 Megawattstunden verteuert sich die Wärme damit um rund 48 Euro pro Jahr. Bewohner einer 70-Quadratmeter-Wohnung werden mit zusätzlich 12 Euro zur Kasse gebeten. Einer der Gründe für die Erhöhung ist die Investition in den neuen Kessel 12, der ab 2016 Gas statt Kohle verbrennt.

Trotz der Erhöhung sehen sich die Stadtwerke mit ihrer Preisgestaltung immer noch gut aufgestellt. In einem bundesweiten Vergleich der unterschiedlichen Heizarten liegt die Flensburger Fernwärme (91 Euro/MWh im Sekundärnetz)) fast gleich mit Erdgas (92 Euro/MWh); das Primärnetz liegt mit 94 Euro knapp darüber. Wer mit Heizöl heizt, zahlt mit 102 Euro/MWh deutlich mehr, noch teurer sind Pellets mit 118 Euro/MWh und die Fernwärme im deutschen Durchschnitt (104 MWh). Verglichen werden hier die „Vollkosten“ einschließlich Wartung, Schornsteinfeger und weitere Posten.

Auch im Vergleich Flensburgs mit Städten, in denen auf vergleichbare Art Fernwärme erzeugt wird, also überwiegend mit Kohle, steht Flensburg gut da: 69 Euro pro Megawattstunde stehen 74 Euro in Lübeck und Neumünster sowie 85 Euro in Kiel und Stuttgart gegenüber. Hier werden nicht die Vollkosten, sondern nur die Verbrauchswerte verglichen.

Während die Fernwärme nur im Netzgebiet in Flensburg und Umgebung verkauft wird, ist die Situation beim Strom deutlich komplexer. Die Stadtwerke Flensburg haben Stromkunden in 800 der insgesamt 1000 Netzgebiete in ganz Deutschland. Die Preiskonstanz gelte aber nur für Flensburg, betonte Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke. Für jedes einzelne der 800 Netzgebiete beobachte man die Preisentwicklung bei Strom und passe den Flensburger Preis entsprechend an. Der könne über oder unter dem Flensburger Preis liegen.

Er sei „ein bisschen stolz darauf“, dass die Stadtwerke jetzt im vierten Jahr den Strompreis nicht erhöhen, sagte Gülck. Spielraum für eine Senkung, wie es andere Anbieter offenbar gemacht haben, sieht er aber nicht.

Noch eine gute Nachricht: Der Preis für Frischwasser bleibt mit 1,66 Euro pro Kubikmeter konstant. Das gilt nicht für das Abwasser; die Gebühren hierfür werden vom Technischen Betriebszentrum festgelegt und seit einigen Jahren direkt an das TBZ bezahlt.

Alle drei Stadtwerke-Posten – Strom, Fernwärme,Wasser – zusammengenommen, haben die Stadtwerke eine Kostenerhöhung um 1,32 Prozent für ein Einfamilienhaus und 0,83 Prozent für eine mittlere Wohnung ausgerechnet.

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erstellt am 18.Nov.2015 | 18:06 Uhr

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