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Strom aus Sonnenenergie für Bangladeschs Schüler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Studentenprojekt gewinnt Bildungspreis und gibt Preisgeld an den Studiengang zur Umsetzung des Vorhabens

„Light of Hope“ – Licht der Hoffnung, so heißt das Projekt von Waliullah Bhuiyan und Tripti Prajapati, das mithilfe von solarer Energieversorgung die Bildung von Grundschülern in Bangladesch verbessern soll. Durch die Installation von Photovoltaikanlagen in Schulen wird vor allem der abwechslungsreiche Unterricht gefördert, in dem die Schüler die Möglichkeit bekommen, mit E-Learning-Methoden zu lernen. E-Learning ist ein Überbegriff für jegliche Lernmethoden elektronischer Art wie beispielsweise die Verwendung von Whiteboards.

Die Idee der beiden 27-Jährigen mit ihrem Team konnte die Juroren des Wettbewerbs „Dell Education Challenge“ überzeugen: Sie belegten den dritten Platz von 816 Teams aus aller Welt. Der Gewinn ist mit 2500 US-Dollar (1830 Euro) dotiert. Gestern überreichten die Master-Studenten den Scheck an den Studiengangsleiter Prof. Dr. Bernd Möller zur Weiterführung ihres Projektes. Dabei war auch Wulf Boie, Dipl.-Ing. und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Studiengangs „Energy and Environmental Management in Developing Countries“an der Universität Flensburg, den die beiden Ingenieure besuchen. Bhuiyan stammt selbst aus Bangladesch und ist als Elektrotechnik- und Elektronikingenieur tätig, Prajapati ist Wasserkraft-Ingenieurin und kommt aus Nepal.

Der ernste Hintergrund ihrer Idee ist die verbesserungswürdige Bildungssituation in dem Entwicklungsland. Jeder fünfte bengalische Schüler beendet die Grundschule nicht, 2 Prozent der Kinder bleiben der Schule fern. Dazu kommt ein Mangel an freien Plätzen und Grundschulen allgemein: So gibt es im Süden des Landes auf 300 Quadratkilometern keine staatlichen Grundschulen. Es fehlt an finanziellen Mitteln für eine entsprechende Infrastruktur, zu der auch eine ausreichende Stromversorgung gehört. Außerdem sind ausreichend Lehrmaterialien und ausreichende Bezahlung der Lehrer eine Seltenheit.

Die Studenten wollen staatliche Schulen im süd-östlichen Verwaltungsdistrikt Noakhali mit solarbetriebenen Handy-Ladestationen und Druckern ausstatten. So wird nicht nur die Unterrichtsqualität verbessert; die Menschen sparen auch Zeit und Geld, indem sie nicht kostenpflichtigen Strom, zum Beispiel für Handys, in weit entfernten Orten nutzen müssen, die Umwelt wird geschont und Familieneinkommen erhöht, weil nur Frauen als Lehrer beschäftigt werden, die zum Lohn ihrer Männer beitragen.

Zum erfolgreichen Forscher-Team gehören auch Md. Nasimul Islam Maruf, Mir Mohammad Nazmul Arefin und Md. Asaduzzaman Shoeb. Das Quintett hofft darauf, dass bengalische NGOs (Nichtregierungsorganisationen) die Verantwortung für das Projekt übernehmen. Ihr gemeinsames Ziel ist, dass mehr bengalische Kinder auch in Zukunft Chancen auf bessere Bildung haben.

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erstellt am 13.Feb.2014 | 18:38 Uhr

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