Verstärkte Polizeipräsenz : Streit zwischen Jugendbanden in Flensburg: Mädchen heizten Stimmung an

Verfeindete Jugendgruppen lieferten sich in der Flensburger Innenstadt Auseinandersetzungen im Bereich des Holms, der beiden Parkhäuser und Passagen.

Verfeindete Jugendgruppen lieferten sich in der Flensburger Innenstadt Auseinandersetzungen im Bereich des Holms, der beiden Parkhäuser und Passagen.

Verfeindete Jugendgruppen lieferten sich handfeste Auseinandersetzungen. Die Polizei will ihre Präsenz verstärken.

shz.de von
20. März 2018, 15:31 Uhr

Flensburg | Also, was war da los am Montagabend in der Flensburger Innenstadt? Ein größeres Polizeiaufgebot versuchte eine noch größere aggressiv aufgeladene Gruppe Jugendlicher auszubremsen, die offensichtlich auf Krawall gebürstet war. Fünf vermeintliche Rädelsführer nahm die Polizei in Gewahrsam. Die Flensburger Polizei spricht von unterschiedlichen Jugendgruppen, die schon seit einiger Zeit den öffentlichen Raum für gewaltsame Auseinandersetzungen suchen. Dieser jüngste Auftritt war allerdings der bislang größte, sagt Polizeisprecherin Sandra Otte.

Passanten, die in der Nikolaistraße auf den Mob stießen, reagierten aufgeschreckt. Sie berichteten von einer weithin hörbaren, lautstarken Kulisse, handfesten Auseinandersetzungen, pöbelnden Jungs, kreischenden Mädchen. „Wir hatten es mit gut 50 Personen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren zu tun – und da waren viele in Flensburg lebende Nationen vertreten“, sagt die Pressesprecherin.

Mädchen heizen Stimmung an

Ein Mädchen soll sich mit einer Eisenstange bewaffnet haben. „Die Polizei hat vor dem Zugriff noch gewarnt, die Menge solle sich unverzüglich auflösen und entfernen, ansonsten werde man Personen in Gewahrsam nehmen“, berichtet ein Zeuge. Bei der Festnahme sollen sich insbesondere die überwiegend weiblichen Akteure sehr renitent verhalten und die Beamten beschimpft haben. „Das war ganz schön heftig“, sagt die Mitarbeiterin eines Geschäfts an der Nikolaistraße.

Angaben, die auch die Polizei bestätigt. Zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren heizten die Stimmung an und forderten die Menge dazu auf, gegen die eingesetzten Polizeibeamten vorzugehen. Sie und ein 17-Jähriger, der einem Platzverweis nicht nachkam, wurden in Gewahrsam genommen. Bei allen in Gewahrsam genommenen Personen handelt es sich um deutsche Staatsangehörige.

Nach dem Einsatz wurde ein Körperverletzungsdelikt angezeigt, bei dem ein 14-jähriges Mädchen geschlagen wurde. Der Tatverdächtige soll, laut Polizei, bekannt sein. Weitere Verletzte gab es nicht.

Polizei kündigt mehr Präsenz an

Die Polizei zieht Konsequenzen und will ihre Präsenz in den kommenden Tagen deutlich verstärken. Im Kern geht es der Polizei nun darum, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken und Straftaten zu verhindern. Ziel sei es, durch gezielte Kontrollen Rädelsführer zu identifizieren und Mitläufer aus der Anonymität zu holen.

Die wesentlichen Rädelsführer sind der Polizei bekannt. Einige sind bereits mehrfach in Erscheinung getreten. „In der Regel werden Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen gesucht. Nichtige Anlässe entwickeln sich, angereichert durch Provokationen, zu Körperverletzungsdelikten. Unbeteiligte kommen im Regelfall nicht zu schaden. Feste Strukturen innerhalb der Gruppen sind nicht erkennbar“, schildert Polizeisprecher Christian Kartheus weiter.

Das Vorgehen ähnelt sich jedoch: Die Rädelsführer scharen bewusst Mitläufer um sich, die erlebnisorientiert und nicht von vornherein auf strafbare Handlungen aus seien. Sie könnten von den bekannten Straftätern allerdings beeinflusst werden, so die Polizei.

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