Kirchenvorstand Adelby : Streit um Taruper Markt

<strong>Thielko Stadtland</strong> (r.) und Uwe Brodersen am strittigen Gelände  Foto: gudo
Thielko Stadtland (r.) und Uwe Brodersen am strittigen Gelände Foto: gudo

Die Meinungen über die Freigabe des Kirchengrundstücks gehen auseinander

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14. Mai 2010, 06:57 Uhr

Flensburg | Der Adelbyer Kirchenvorstand steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll das rund 13 000 Quadratmeter große Areal zwischen Grundschule Adelby und Wohnbebauung in den Topf möglicher Nutzflächen für einen neuen Supermarkt geworfen werden? Die Lager sind gespalten: Auf einer Bürgerversammlung im Adelbyer Gemeindehaus versuchte der Kirchenvorstand am Dienstag ein Meinungsbild einzuholen.

Seit der Edeka-Markt an der Taruper Hauptstraße seine Pforten geschlossen hat, klagen die Anwohner über eine schlechte Versorgungslage. Auch die Stadt hat das Problem erkannt: Frank Rolfes, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planen: "Wir sehen, dass wir dringend eine Alternative brauchen." Eine Hamburger Agentur prüfe momentan mögliche Standorte für einen neuen Markt. Mit dem Abschluss des Gutachtens rechnet die Stadt in rund vier Wochen.

Drei Alternativen stehen nach Angaben von Rolfes im Raum: Ein Discounter prüft den Weiterbetrieb des alten Standorts - und entschließt sich diesen zu halten. Auch ein "Nachbarschaftsbetrieb" sei denkbar. Oder es wird ein geeigneter Standort für einen "Vollsortimenter" gefunden. Das verpachtete Kirchengrundstück ist hierbei nur einer von mehreren möglichen Standorten.

"Es besteht die Gefahr, dass Edeka den alten Standort blockiert", mahnte Kirchenvorstand Uwe Brodersen und verwies auf den gültigen Mietvertrag der Edeka-Kette. Auch die Nebenwirkungen eines Neubaus auf dem Kirchengrundstück wurden diskutiert: Viele Anwohner zeigten sich besorgt über die Sicherheit des Schulwegs. Wie man diesen zur Not umleiten könnte blieb hingegen unklar. Auch der für Adelby charakteristische Grünstreifen würde durchbrochen. Zudem sei der morgendliche Verkehr ein Problem - dieser würde durch einen großen Markt noch verschlimmert.

Viele Anwohner sprachen sich hingegen für den Neubau auf dem Kirchengelände aus: Die Gemeinde solle durch die Freigabe der Fläche Druck auf Edeka ausüben. Pastor Thielko Stadtland gab zu bedenken, dass die Fläche dann für eine anderweitige Nutzung verloren sei. Die Meinung der rund 100 Anwesenden über die Freigabe war gespalten. Doch es herrschte auch Einigkeit: Adelby braucht einen neuen Markt - und den schnell.

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