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Flensburger Tageblatt

21. November 2017 | 05:37 Uhr

Streit um Acker an der Ringstraße

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

WiF-Vertreter im Planungsausschuss wollen ein „Qualitätscluster Sport“ für den Südosten Flensburgs / Kein Interesse bei Uni und Nordmark

Die Ackerfläche an der Ringstraße ist erneut in den Fokus der Kommunalpolitik geraten. Die WiF-Fraktion möchte dort unter Beteiligung des SV Adelby, des VfB Nordmark und der Universität Flensburg einen „Sportcluster“ etablieren, ist mit dieser Idee allerdings im Umwelt- und Planungsausschuss krachend gescheitert. Und weder mit dem VfB Nordmark noch mit der Universität ist über dieses Thema gesprochen worden.

Die WiF-Vertreter hätten die Abstimmungsniederlage vermeiden können, der dringende Ratschlag, den Antrag zurück zu ziehen, wurde jedoch nicht beherzigt. Zudem handelten sie sich den Vorwurf ein, indirekt Inhalte aus einer nicht öffentlichen Sitzung in Form eines Antrags in öffentlicher Sitzung ausgeplaudert zu haben. Denn die Fläche zwischen Ringstraße und Tarup-Südost ist in der Tat auf der Agenda der Stadtplanung, wie der Leiter derselben, Peter Schroeders, auf der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses klar stellte. „Wir befassen uns mit dieser Fläche“, sagte er – allerdings zusammen mit anderen, die er nicht nannte. Bis zum Sommer werde man mögliche neue Standorte für den VfB Nordmark präsentieren, so wie es der Ausschuss vor kurzem gefordert habe.

Heftig widersprach der Chefplaner jedoch der Aussage, die Idee eines Sportclusters kollidiere mit keinen anderen Plänen. „Woher nehmen Sie diese Gewissheit?“, fragte er den WiF-Vertreter Marc Paysen. Der konterte nicht minder scharf: „Was planen Sie denn sonst auf dieser Fläche? Dann werden Sie doch konkret!“ Wurde Schroeders allerdings nicht, und so bleibt der Acker, auf dem in diesem Frühjahr der Raps blüht, nach wie vor eine Option für die weitere Entwicklung des Stadtteils Tarup.

Der VfB Nordmark, dessen Standort am Bahnhof wegen der geplanten Umgestaltung des Quartiers höchst unsicher geworden ist, hat jedenfalls kein Interesse daran, Sportplatz und Vereinsheim an die Ringstraße zu verlagern. Das sagte Vorstandsmitglied Christoph Meißner gegenüber dem Tageblatt. Der WiF-Vorschlag sei nicht mit dem Verein abgestimmt, so Meißner. Der SV Adelby habe dem VFB allerdings vor einiger Zeit ein Kooperationsangebot gemacht, bei dem die Fläche an der Ringstraße eine Rolle spielte. Das, so machte der frühere CDU-Ratsherr deutlich, habe der VfB allerdings eher Versuch einer Übernahme und weniger als Kooperation empfunden. Der Stadt habe man hingegen eine Fläche auf dem Campus und eine im Bereich Peelwatt / Bahn als neue Standorte vorgeschlagen; außerdem könne man sich eine Verschiebung auf dem Gelände vor Ort vorstellen. Gestern hatte der Vorstand ein Gespräch mit der Stadtplanung über die Standortfrage.

Auch für die Universität ist die Fläche kein Thema. „Es ist niemand an uns herangetreten“, antwortete Kanzler Kupfer auf eine entsprechende Anfrage. Im Rahmen der Sportlehrerausbildung sein man bei Vereinen zu Gast. „Das ist langfristig geregelt.“ Wenn jemand in der Nähe ein Stadion oder eine Leichtathletikanlage bauen würde, könne man darüber reden, dort Zeiten zu buchen. „Wir werden aber nicht in so eine Anlage investieren“, bekräftigte der Kanzler.

Die WiF schwebte ein „Qualitätscluster für Sport“ vor, um damit ein Sportangebot für den wachsenden Südosten Flensburgs zu schaffen. Mehrere Vertreter im Planungsausschuss verwiesen auf ein „Sportentwicklungskonzept“, auf das man „gefühlt seit Jahren“ warte, wie CDU-Mann Arne Rüstemeier süffisant bemerkte.

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