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„Strandgut“: Tina Teubner frotzelt über Männerschwächen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das unerschöpfliche Thema über die Beziehung zwischen Männern und Frauen bietet Stoff für zwei unterhaltsame Abende im Strandhotel in der Veranstaltungsreihe Strandgut. „Schön, dass Sie den Humor haben, mir unter die Augen zu treten“, polterte Tina Teubner, deutsche Kabarett- und Kleinkunstpreisträgerin aus Köln, los. „Ja, los, schreiben Sie das alles auf“, raunzte sie die Kritikerin an, die ihr direkt im Blickfeld saß.

Und dann ging es querbeet durch das ganze Beziehungsdilemma mit bissigem Humor jenseits der politischen Korrektheit – und fast zu schnell zum Mitschreiben. „Warum Männern Grenzen gesetzt werden müssen wie Kindern“, griff sie den Titel der Veranstaltung auf und antwortete: „Weil sie sonst Schwächen fühlen.“ Teubner führte aus, was alles schief läuft, wenn eine Frau den Mann, den sie „eher mal so’n bisschen mittel fand“, dann doch heiratet. Alle Verhaltensmuster, die er ihr zuliebe abgelegt hat, nimmt er wieder an. Daraufhin ermunterte sie die Frauen, sich auch mal einen „billigen Russen“ anzulachen. Aber wer nun dachte, Teubner stehe einseitig auf Frauenseite, hatte sich getäuscht. Im Männer-Outfit mit schwarzem Gehrock verkündete sie, dass Frauen genauso doof wie Männer seien. „Erst reißen sie alles an sich und stöhnen dann, dass sie alles selber machen müssen.“ Sie äußerte ihren Unmut darüber, dass man als Außenstehender nicht die Scheidung für marode Paare einreichen könne. „Die sind doch betriebsblind! Da muss ein Land, das doch auch sonst alles regelt, eingreifen!“

Weiter ging es über nervende Ehefrauen, was den Klavierbegleiter Ben Süverkrüp, der auch viel einstecken musste („Du bist wie ein guter Pullover, aber ohne Ärmel“), zu einem umjubelten Solo veranlasste. Jeweils Mozarts, Bachs und Chopins Meisterkompositionen ließ er wahlweise in den Ententanz, die Sesamstraßen-Melodie oder einen deutschen Schlager übergehen.

Überraschend versöhnlich beendete Teubner, die auch hervorragend Geige spielt und Chanson singt, ihre Auftritte mit dem Fazit, dass Männer und Frauen einander doch irgendwie brauchen. Sie selbst sei schließlich auch etliche Jahre verheiratet und habe nur wenige davon bereut. Im Schlusslied wünschte sie sich wache Frauen und mutige Männer.

„Die Kritikerin ist weg“, bemerkte sie noch. Stimmt nicht – die hatte nur nach der Pause einen entlegeneren Platz aufgesucht. Bei Tina Teubner möchte man lieber nicht im Schlussfeld sitzen.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 12:23 Uhr

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