Strand frei für Hunde und Pferde

 Auf ausgewiesenen Stränden, wie hier in Kronsgaard, dürfen auch Reiter frühmorgens den Hundestrand benutzen. In Quern ist sogar eine Pferdebadestelle geplant.  Foto: hjk
Auf ausgewiesenen Stränden, wie hier in Kronsgaard, dürfen auch Reiter frühmorgens den Hundestrand benutzen. In Quern ist sogar eine Pferdebadestelle geplant. Foto: hjk

Trotz Bedenken des Kreisjugendrings: Quern weist einen Bereich für Vierbeiner zwischen Habernis und Neukirchen aus

shz.de von
27. September 2011, 07:02 Uhr

Quern | Leicht fiel der Querner Gemeindevertretung anlässlich ihrer jüngsten Sitzung in Nübelfeld die Entscheidung über die Ausweisung eines Hundestrandes keineswegs. Denn als einzig möglicher Standort an der Küste kam eine 150 Meter breite Zone von der Schleuse Habernis aus in Richtung Neukirchen in Frage. Bürgermeister Erich Petersen erklärte dazu, in einem Vorgespräch habe der Vorsitzende des Kreisjugendringes (KJR) Schleswig-Flensburg Bedenken gegen dieses Vorhaben geäußert. Bekanntlich unterhält der KJR in Neukirchen eine große Freizeitstätte, in der in jedem Sommer Kinder und Jugendliche das Zeltlager bevölkern. Darüber hinaus verbringen dort auch Familien mit kleinen Kindern unbeschwerte Urlaubstage. Zu ihren häufigen Unternehmungen gehören Strandwanderungen - vor allem in Richtung Habernis. KJR-Vorsitzender Ralph Schmidt sehe darin, wie der Bürgermeister ausführte, ein gewisses Gefahrenpotenzial für die Kids, wenn Hunde künftig am Strand frei umherlaufen dürften - ganz abgesehen von hinterlassenen "Tretminen" der Vierbeiner.

Die Mandatsträger teilten diese Befürchtungen jedoch nicht. Ihr Hauptargument: Längst sei es für viele Hundehalter zur Gewohnheit geworden, ihre Autos auf dem Habernisser Parkplatz abzustellen und die Hunde frei toben zu lassen. Erich Petersen: "Sie nehmen sich einfach dieses Recht." Aus diesem Grunde hatte zuvor der Querner Umweltausschuss das Thema aufgegriffen und vorgeschlagen, an diesem Küstenabschnitt das bislang wilde Treiben zu legalisieren - mit offizieller Beschilderung und dem Aufstellen einer Hundetoilette. Übrigens: In der Vergangenheit soll es am Strand zwischen Habernis und Neukirchen zu keinen Problemen mit freilaufenden Hunden gekommen sein.

Nach längerer Diskussion entschied sich die Gemeindevertretung ohne Gegenstimme pro Habernisser Hundestrand. Der Bürgermeister merkte an, er werde dem KJR-Chef die kommunalpolitischen Beweggründe erläutern.

Enttäuscht zeigte sich der Querner Gemeinderat über den Umstand, dass bei der aktuellen Teilfortschreibung des Regionalplans für den Planungsraum V die angemeldeten beiden Flächen für Windkraftnutzung dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Nach den derzeitigen Vorgaben der Landesplanung werden Standorte für Windmühlen zwischen Nordstraße und der Ostseeküste nicht mehr genehmigt. Amtsleiter Gerd Aloe wies darauf hin, dass die Behörden inzwischen keine Einzelanlagen, sondern Windparks favorisieren. So erscheint auch die Aussicht auf eine genehmigungsfähige Eignungsfläche südlich der B 199 - unweit des Ortsteils Groß Quern - als äußerst trübe. Bei Einzeltürmen ab 100 Meter Höhe gelten ohnehin strenge Auflagen. Dennoch entschied sich der Gemeinderat, vom Land eine schriftliche Begründung für die Streichung der "Südfläche" anzufordern.

Umbenannt werden soll die ehemalige und inzwischen modernisierte Kreissporthalle auf dem Scheersberg. Bürgermeister Petersen und Jugendhof-Direktor Hartmut Piekatz sind sich mit dem Kreis bereits einig: dieses Querner Zentrum für Sport und Kultur erhält den Namen "Scheersberghalle".

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