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Hostel und Restaurant : Störtebeker-Haus in Flensburg: Ein Seemannsheim für die Küste

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drei Flensburger wollen das ehemalige Störtebeker-Haus an der Schiffbrücke originalgetreu restaurieren und dort ein Hostel und Restaurant eröffnen.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Flensburg | Mutige Planer und ein ambitioniertes Konzept. Ein junges Flensburger Trio will dem verwaisten Gebäude Schiffbrücke 40 neues Leben einhauchen. Dort war zuletzt die Küstenkneipe „Zum Störtebeker“ beheimatet – ein Lokal mit leicht verruchter Ausstrahlung und Synonym für durchzechte Nächte. Dieser Ruf soll zusammen mit dem Namen möglichst schnell in der Versenkung verschwinden, das maritime Flair allerdings erhalten bleiben.

Bevor das 1840 erbaute Haus endgültig dem Verfall preisgegeben wurde, hatte die Stadt es nach einer Ausschreibung 2014 veräußert. Auch beim benachbarten Schifffahrtsmuseum waren seinerzeit Begehrlichkeiten geweckt worden. Den Zuschlag bekam letztlich das Team um den neuen Eigentümer Fabian Keller (31), das sich zu einer Betreiber GmbH zusammenfinden wird. Es handelt sich um keine Unbekannten in der Szene, sie sind Mitglieder des Vereins Museumshafen und bestens vernetzt.

Ben Heinrich (40) ist bekannt durch seine Fischbude am Bohlwerk, in der auch Sandra Nielsen (34) die „letzten Fischbrötchen vor der Grenze“ verkauft; Fabian Keller durch seine temporär betriebene „Haifischbar“, mit der er die Westseite des Hafens gastronomisch bereichert hat. „Wir wollen keine Fortführung der Kneipe im Hafenmilieu“, betont der neue Besitzer, „sondern ein attraktives Ausflugsziel bieten, wo sich Tradition und Moderne verbinden, wo sich die Geschichte Flensburgs und seine Seefahrt widerspiegelt.“

Konkret: Das Gebäude, das derzeit entkernt wird, soll nach historischem Vorbild restauriert werden. Im Erdgeschoss entsteht ein Restaurant mit dem Namen „Hafenküche“. Dort stehen Gerichte auf dem Speiseplan, „die zum großen Teil von den Karten anderer Gaststätten verschwunden sind“, erläutert Ben Heinrich, der seine Erfahrungen als einstiger Restaurantleiter des „Columbus“ am Herrenstall einbringen kann. Er verspricht: „Hier wird qualitativ gut gekocht, mit Produkten aus der Region, modern und mit Raffinesse interpretiert.“

Raffiniert auch der nautisch geprägte Name für ein Hostel, das in der 1. Etage entsteht: „Seemannsheim“ soll es heißen und Platz für 44 Betten in Mehrbettzimmern bieten, dazu Gemeinschaftsbäder und -küche. Im Obergeschoss („Hoteletage“) werden Doppelzimmer und Apartments mit hotelähnlicher Ausstattung angeboten. Zielgruppe sind Rucksacktouristen, Segler, Studenten, junge Paare und Familien. Verantwortlich für den Betrieb wie auch für das Restaurant ist Sandra Nielsen, die Hostels bereits in Städten wie Berlin, Frankfurt und Leipzig aufgebaut hat. Sie schätzt die Lage an der Schiffbrücke als „ideal für diese Zwecke“ ein – und dürfte damit nicht allein stehen. „Man kann“, schwärmt sie, „einen faszinierenden Blick über den gesamten Hafen genießen.“

Fabian Keller avisiert die Eröffnung des Komplexes für Mitte 2017. Er hat in dem Konzept für die Ausschreibung klargestellt: Man befinde sich im Einklang mit den Zielen des Hafennutzungsplans, des Masterplans der Stadt sowie den Globalzielen der Flensburg-Strategie. Wichtig ist den Initiatoren zudem eine gute Nachbarschaft – mit dem Schifffahrtsmuseum, Museumshafen und -werft genauso wie mit den künftigen Betreibern des ehemaligen Kaysers Hof oder dem Forum Hafenquartier. Auch an der internen Harmonie zweifeln sie nicht. „Wir ergänzen und inspirieren uns“, heißt es unisono, „ganz wunderbar.“

 

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