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Flensburger Tageblatt

22. November 2017 | 14:02 Uhr

Stipendien für junge Forscher

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gleich drei Nachwuchswissenschaftler erhalten von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein ein Promotionsstipendium

shz.de von
erstellt am 11.Jun.2015 | 15:06 Uhr

Große Freude am Institut für Windenergietechnik (WETI): Gleich drei Nachwuchswissenschaftler erhalten von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) ein Promotionsstipendium. Die Förderung der Dissertationsvorhaben macht Institutsleiter Prof. Dr. Torsten Faber stolz: „Das ist eine große Anerkennung unserer guten Forschungsleistungen am WETI.“

Schon seit 2013 arbeitet der Wissenschaftler Robert Rudolf am Institut für Windenergietechnik daran, die Kosten für den Turm als teuerste Komponente der Windenergieanlage radikal zu senken. Zusammen mit dem Industriepartner aerodyn Energiesysteme GmbH entwickelt Rudolf das Prototypen-Design eines abgespannten und damit energieeffizienten Stahlrohrturmes. Auch dieses Projekt wird bereits durch die EKSH gefördert. Durch das Stipendium bekommt Rudolf nun die Chance, seine Promotion auf dem Gebiet der Struktur-Optimierung abzuschließen.

Der Turm der Windkraftanlage steht auch beim Forschungsvorhaben von Achim Struve im Mittelpunkt. Hinter dem Titel „Entwicklung eines energieeffizienten und nachhaltigen Windenergieanlagenturm-Konzepts mit Azimutlager am Turmfuß“ verbirgt sich die Idee, statt wie bisher lediglich den Kopf des Turmes in den Wind zu drehen, den kompletten Turm zu drehen, das Lager also an den Fuß des Turmes zu verlagern. Der Vorteil: „Die Seite, die sich immer in den Wind dreht, kann widerstandsfähiger gegenüber der nicht so stark belasteten Seite ausgelegt werden. Hierdurch können bis zu 50 Prozent Material und somit auch Kosten gespart werden.“

Sebastian Hippel forscht an der Entwicklung eines Schwungradspeichers im Rotor einer Windenergieanlage. Dabei geht es darum, dass die Windenergieanlage Frequenzschwankungen im Netz abmildern kann. „Bei Störungen im Stromnetz können die Erzeuger erneuerbarer Energien die Stabilität des Stromnetzes derzeit nicht ausreichend gewährleisten“, erklärt Hippel. Mithilfe des Schwungradspeichers könnte eine notwendige Systemträgheit gewährleistet werden, was den regelbaren Kraftwerken genügend Zeit verschafft, um auf das entstandene Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch zu reagieren.

Da Fachhochschulen kein Promotionsrecht haben, werden Promotionen, die an der FH Flensburg von Faber und seinem Kollegen Prof. Dr. Clemens Jauch betreut werden, in Kooperationen mit promotionsberechtigten Einrichtungen in Karlsruhe und Rostock durchgeführt.

Die EKSH unterstützt mit jährlich über einer Million Euro Projekte der angewandten Energieforschung an den Hochschulen in Schleswig-Holstein. Im seit 2012 laufenden EKSH-Programm Promotionsstipendien wurden im Frühjahr von externen Gutachtern insgesamt vier Stipendiaten ausgewählt. „Glückwunsch an die Windforscher und ihren Nachwuchs an der Flensburger Förde“, sagte dazu Professor Dr. Hans-Jürgen Block, Geschäftsführer der gemeinnützigen EKSH. „Dieses Ergebnis spricht für die Ingenieurausbildung an der FH Flensburg und die mit den Windprofessoren geplanten Forschungsprojekte. Das WETI gewinnt mit diesen Dissertationsvorhaben auch überregional an Sichtbarkeit. Im harten Wettbewerb in der Energieforschung um Drittmittel ist das von zentraler Bedeutung.“

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