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Flensburger Tageblatt

21. August 2017 | 20:00 Uhr

Stiller Abschied der Dienstleister

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die frühere Standort-Verwaltung an der Meiereistraße existiert nicht mehr, arbeitet aber dennoch weiter für 12 Bundeswehr-Dienststellen

Sie war einmal der größte Arbeitgeber der Region, beschäftigte in den 60er- und 70er-Jahren 1700 Arbeitnehmer und 400 Beamte: die Standortverwaltung, besser bekannt unter der Abkürzung StOV, seit 2007 offiziell Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDlz). Seit dem 1. Januar gibt es die Flensburger StOV nicht mehr, sie wurde still und leise und von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt außer Dienst gestellt. Damit ist eine Ära zu Ende gegangen; die StOV war die erste Bundeswehr-Einrichtung in Flensburg überhaupt und fast 58 Jahre hier vor Ort.

Noch brennen allerdings die Lichter an der Meiereistraße, noch wird hier auch gearbeitet. Formal heißt die Einrichtung jetzt Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Husum und wird auch von dort gesteuert. „Die Auflösung des BwDLZ Flensburg bedeutet nicht das Ende der Wehrverwaltung in Flensburg“, sagte Matthias Leckel, Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, beim Festakt in der Marineschule. „Die Bundeswehrverwaltung ist hier, steht hier und bleibt hier!“, stellte er klar. Die meisten der noch verbliebenen knapp 300 Beschäftigten und der 58 Beamten behalten vorerst auch ihre Arbeitsplätze in Flensburg, Glücksburg, Hürup, Jagel und Kropp. Von hier aus betreuen und unterstützen sie 2900 Soldaten und 1200 Zivilbeschäftigte der Bundeswehr in zwölf Liegenschaften der Truppe. Bei einigen Beschäftigten ruht das Arbeitsverhältnis zu reduzierten Bezügen bis zum Rentenalter, zehn weitere wechselten zur Hauptzollverwaltung, und alle weiteren seien in der Region bei anderen öffentlichen Dienststellen untergebracht worden, berichtete die letzte Leiterin des BwDlz Flensburg, Gunda Lorenzen. Sie erinnerte noch einmal daran, wie die Entscheidung der Bundeswehr-Führung, die StOV zu schließen, hier ankam: „Obwohl wir nicht so vermessen waren, uns für unentbehrlich zu halten, traf uns die Entscheidung des Ministeriums doch schwer.“ Die Monate danach waren von Sorge um den Arbeitsplatz und um die Zukunft geprägt. Bis zuletzt war nicht für alle Beschäftigten geklärt, wo sie in Zukunft arbeiten werden.

Die Dienstleister des BwDlz sorgen dafür, dass sich die Bundeswehr um ihren militärischen Auftrag kümmern kann, und halten ihr den Rücken mit sämtlichen logistischen Aufgaben frei: Personal- und Finanzverwaltung, Betreuung und Instandhaltung der Immobilien, Logistik und Lagerhaltung, Organisation von Dienstreisen, Bereitstellung der Verpflegung.

Doch die Jahre an der Meiereistraße sind gezählt: Spätestens 2017 sollen die Bundeswehr-Dienstleister komplett abgerückt sein. Schon jetzt plant die Stadt für das Areal einen städtebaulichen Wettbewerb und will hier im künftigen Stadtviertel Schwarzenbachtal Wohnraum für mehrere hundert Menschen schaffen.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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