Julia Kadel : Sternstunde des innovativen Jazz

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Vielen sagt der Name Julia Kadel nicht viel, dennoch war das Orpheus-Theater am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt.

Gunnar Dommasch von
06. September 2015, 13:00 Uhr

Flensburg | Vielen sagt der Name Julia Kadel nicht viel, dennoch war das Orpheus-Theater am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Und keiner der Gäste sollte sein Kommen bereuen. Das Trio um die Berliner Pianistin, das bei dem renommierten Blue Note Label unter Vertrag steht, lieferte mit frisch eingespieltem Material eine spannungsgeladene Jazz-Performance. Und zollte dem Publikum mit einem speziellen Begrüßungslied und dem „Flensburg Song“ einen ganz persönlichen Tribut. Das plüschige Theater von Conny Meesenburg würdigten die Musiker als einen besonderen Ort. „Ich bin ganz verzaubert“, sagt Julia Kadel – und greift in die Tasten. Sie lässt es behutsam angehen. Doch nach dem „Popsong“ ist es mit der Eingängigkeit auch schon vorbei. Die Band hat den Anspruch, zu 50 Prozent zu improvisieren. Das filigrane Zusammenspiel funktioniert traumwandlerisch sicher, entspinnt experimentelle Klangstrukturen und ätherische Soundmalereien. Mal verträumt, mal mit dynamischem Anschlag bearbeitet die 28-Jährige ihr Instrument. Schlagzeuger Steffen Roth geht dabei unglaublich facettenreich zu Werke, Bassist Kalle Enkelmann ist sein kongeniales Pendant. Eine Zuhörerin hingerissen: „Ich schwebte in Kandinsky.“

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