Schulreform : Steht die Osbekschule vor dem Aus?

Zu wenig Schüler hat auch die Löhmannschule, doch hier reicht es zumindest für eine neue fünfte Klasse. Fotos: Euler
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Zu wenig Schüler hat auch die Löhmannschule, doch hier reicht es zumindest für eine neue fünfte Klasse. Fotos: Euler

An der ehemaligen Hauptschule Osbek-Schule wird es keine 5. Klasse geben; auch an der Löhmannschule wurden weit weniger Schüler angemeldet als erforderlich.

shz.de von
02. April 2009, 11:56 Uhr

Flensburg | Noch ist keine Entscheidung gefallen. Doch vor allem für die Osbekschule wird die Luft immer dünner. Wie die Löhmannschule auch arbeitet sie als Regionalschule mit einer befristeten Sondergenehmigung. Sie gilt für drei Jahre, weil beide Schulen eigentlich schon heute zu wenig Schüler für eine Regionalschule haben. Am Freitag endete die Meldefrist, und an der Osbekschule reichen die Anmeldungen noch nicht einmal für eine Klasse, geschweige denn für zwei. Die Mindestzahl für eine zweizügige Regionalschule ist 40 pro Jahrgang.

Über das Schicksal der Schule entscheidet der Schulträger, die Stadt. Im nicht öffentlichen Teil des Bildungsausschusses präsentierte Schulrat Hans Stäcker gestern die alarmierenden Zahlen. Ohne sie vorab zu verraten, sagte er auf Anfrage gegenüber dem Tageblatt, dass er an der Osbekschule definitiv keinen fünften Jahrgang genehmigen werde. Damit wird die vom Land vorgegebene Gesamtschülerzahl von 240 wieder sinken - und damit auch die Überlebenschance dieser Schule. Hinzu kommt, dass die private Ostseeschule, die ihr Übergangsquartier an der Jürgensgaarder Straße Ende des Schuljahrs räumen muss, ein Interesse an dem Gebäude am Klosterholzweg bekundet hat.
Faktor 38
Bei der Löhmannschule sieht die Lage besser, aber nicht wirklich gut aus. "Eine fünfte Klasse kann hier gebildet werden", so Schulrat Stäcker. Eine - erforderlich wären eigentlich zwei, doch dafür reichen die Zahlen offenbar bei weitem nicht. Es gibt allerdings noch den Faktor 38: So viele Schüler aus den vierten Klassen sind bisher noch nirgendwo angemeldet. Über die Grundschulen werden jetzt deren Eltern kontaktiert. Wenn von diesen 38 Kindern viele zur Löhmannschule gehen wollen, könnte das die Situation dort verbessern.

In jedem Fall muss jetzt schnell eine Entscheidung getroffen werden, und zwar von der Stadt als Träger. Denn sollte tatsächlich eine Schule geschlossen werden, müssen Schüler und Lehrer auf die anderen Schulen verteilt werden.

An den anderen Schulen sehen die Zahlen besser aus: Die Käte-Lassen-Schule hat 76, die Gemeinschaftsschule West 67 und die Comenius-Schule 43 Anmeldungen. Und die Kurt-Tucholsky-Schule, die im Sommer an die Stadt geht, kann mit derzeit 193 Meldungen voraussichtlich ihre Kapazität von acht Parallelklassen füllen.

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