Statt Silos ein Hafen-Hotel?

Sind die Tage der Raiffeisen-Silos gezählt? Der Ballastkai ist eine Option als Standort für ein neues Business-Hotel.
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Sind die Tage der Raiffeisen-Silos gezählt? Der Ballastkai ist eine Option als Standort für ein neues Business-Hotel.

Arbeitsgruppe schlägt Ballastkai und Carlisle-Park als mögliche Standorte vor

shz.de von
26. Juni 2014, 08:58 Uhr

Es geht wieder los. Die Stadt hat eine neue Hotel-Debatte, erste Fraktionen bringen sich bereits in Stellung. Der im Oktober 2013 ins Leben gerufene Arbeitskreis Tagungshotel empfiehlt den Standort Ballastkai (Bereich Werftkontor und Getreidesilos) als besten Platz für ein Business-Hotel der Kategorie 4 Sterne oder 3 Sterne plus mit 150 bis 200 Betten (wir berichteten). Erste Ideenskizzen liegen offenbar schon vor, denn am 8. Juli will der Oberbürgermeister vor Ort hierüber die Öffentlichkeit informieren.

Die Gemengelage am Hafen ist nicht ohne Konfliktstoff. Seit rund zwei Jahren gibt es konkrete Pläne für ein kleineres Hotel auf dem Grundstück zwischen Werftkontor und Silos. Werftkontor-Investor Kay-Uwe Petersen, dem das Grundstück gehört, möchte sein Hotel aber nur auf Grundlage eines Bebauungsplans errichten, während die Stadtplanung einen Vorhaben- und Erschließungsplan präferiert, der den Investor stärker bindet. Petersen hat deshalb seine Pläne auf Eis gelegt, gestern gegenüber dem Tageblatt jedoch betont, dass er das Hotel nach wie vor bauen will – mit einem Bebauungsplan.

Die benachbarten Silos sind noch bis 2034 an das dänische Unternehmen DLG verpachtet. Offenbar hat DLG aber keinen wirklichen Bedarf mehr für die Speicherflächen und kann sich eine andere Nutzung bis hin zum Abriss durchaus vorstellen. Kontakte zwischen DLG und der Stadt gibt es bereits, auch das Flensburger Unternehmen Bauplan Nord (Sonwik) ist involviert. Dessen Geschäftsführer Torsten Koch wollte sich gegenüber dem Tageblatt aber derzeit noch nicht zu dem Projekt äußern. Petersen ist nicht daran interessiert, sein Projekt um die Siloflächen zu erweitern („Das ist mir zu groß“), kann sich aber durchaus vorstellen, zunächst sein Projekt umzusetzen und später dort etwas anzubauen. Auch hält er es für realisierbar, neben seinem kleinen ein weiteres, größeres Hotel mit einem anderen Schwerpunkt zu bauen.

Mit der Empfehlung der Arbeitsgruppe Tagungshotel ist ein Konfliktpunkt vom Tisch: Der vor zwei Jahren ins Spiel gebrachte Standort Hafenspitze / Kieler Anlagen für ein Vier-Sterne-Hotel, der sofort Protest und Widerstand aus der Politik und Bevölkerung hervor gerufen hatte, ist damit verworfen. Aber: „Die Hafenspitze kann man entwickeln, da stell’ ich mir etwas ganz anderes vor“ – sagte Oberbürgermeister Simon Faber am Dienstag im Planungsausschuss. Das müsse man in einem sehr offenen Dialog entwickeln.

Die zweite Standort-Empfehlung ist auf den ersten Blick weniger konfliktträchtig als die erste. Ein Tagungshotel wäre auch im Bereich Carlisle-Park im Bahnhofsumfeld gut aufgehoben, hat die Arbeitsgruppe beschlossen. Wo genau, bleibt offen. Die Standortsuche wird unter Umständen durch das Aus für den VfB Nordmark (siehe Regionalsport Seite 20) erleichtert und beschleunigt. Dessen Flächen grenzen an den Mühlendamm.

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