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Bedürftige Meschen : Startschuss für Smörebröd-Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die ehemaligen Flensburger Gaben haben seit heute einen neuen Namen. Sie arbeiten mit der Schleswiger Tafel und der Haltestelle Sponte Nord zusammen.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | Das alte Logo der Flensburger Gaben an den Türen der Räumlichkeiten im Adelbyer Kirchenweg ist verschwunden. Dafür strahlt die Kunden nun ein grasgrüner Frosch von den Fensterscheibe an, der ein belegtes Brötchen in der Hand hält. Die Gaben sind Vergangenheit, doch die ehrenamtliche Arbeit des Vereins geht weiter. Nur unter einem anderen Namen. Ab heute nennt er sich Smörebröd-Hilfe. Die Entscheidung für den Namen, so Vorstandsvorsitzende Tanja Heerdt, sei wegen der Nähe zu Skandinavien gefallen. Außerdem bekäme der Verein auch Lebensmittel aus Dänemark. Heerdt hat bereits die neuen Flyer an die Lebensmittel-Lieferanten verteilt und sich persönlich mit dem neuen Namen bei ihnen vorgestellt.

Bereits Ende September des vergangenen Jahres hat sich die Vereinsführung neu aufgestellt, um mit dem negativen Ruf, der den Flensburger Gaben anheftete, abzuschließen (wir berichteten). Zum Neustart gehörte auch die Verschönerung der Räume. „Wie haben die Wände und einen Teil der Einrichtung an drei Wochenenden gestrichen“, erzählt Heerdt. „Dabei haben uns auch einige Kunden freiwillig geholfen.“ Weiß und froschgrün ist die Einrichtung nun. Nicht nur den rund 30 Ehrenamtlern, sondern auch den bedürftigen Menschen gefällt der neue Anstrich. Die Reaktionen seien positiv gewesen, sagt Norbert Obenaus. Gern würde der Vorstand auch ein Schild mit der Aufschrift „Smörebröd-Hilfe“ über der Eingangstür aufhängen, doch dafür fehlt das Geld.

Das neue Team verzeichnet aber auch so einen Anstieg der Menschen, die sich im Adelbyer Kirchenweg 85 Lebensmittel und andere Produkte abholen. Der Jüngste ist 15 Jahre alt, der Älteste 84. „Neben alten Kunden der ehemaligen Flensburger Gaben kommen auch viele Flüchtlinge zu uns“, stellen Heerdt, Obenaus und Gerda Hörning fest. „Auch Minderjährige.“ Die Flüchtlinge seien den Mitarbeitern gegenüber sehr höflich und zuvorkommend. Heerdt, die gebürtig aus Hessen kommt, erinnert sich an einen älteren Herrn, der mit seinem Deutschbuch auf sie zukam. „Ich bin dann das Alphabet mit ihm durchgegangen.“ Aber nicht nur sprachliche Probleme löst sie. Manchmal vertrauen sich ihr auch Menschen an, die Sanktionen von der Arbeitsagentur bekommen haben und sich um die Zahlung für die Zeit danach kümmern müssen. Dann greift Heerdt ohne zu Zögern zum Telefon und regelt alles.

Weil der Bedarf da ist, können die Menschen jeden Tag zur Smörebröd-Hilfe kommen und nicht nur an drei Tagen pro Woche, wie vorher. 50 Leute kommen im Schnitt pro Tag in den Adelbyer Kirchenweg. Zwei Euro zahlen Erwachsene für Lebensmittel, Kinder 50 Cent. Schokolade wird nach Vorrat zusätzlich ausgegeben, wer aber mehr als eine Tafel haben möchte, bekommt diese gegen eine Spende. Auch Kleidung und Hygieneartikel gibt es gegen einen kleinen Geldbetrag. „Zurzeit nehmen viele Kunden Würstchengläser mit, da diese lange haltbar sind“, erklärt Obenaus. Heerdt betont, dass das eingenommene Geld ausschließlich für die Unkosten eingesetzt wird. Und dass keiner – etwa wegen seiner Nationalität – bevorzugt wird.

Neu ist auch die Zusammenarbeit mit der Schleswiger Tafel und der Haltestelle Sponte Nord. Diese funktioniert Heerdt zufolge sehr gut. Die Haltestelle hole beispielsweise freitags nicht verkaufte Lebensmittel von der Smörebröd-Hilfe ab und gebe diese am Sonnabend an ihre eigenen Bedürftigen weiter.

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