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Flensburger Kliniken : Startschuss für Neubaupläne der Diako

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt bringt Bebauungsplan auf den Weg, doch einzelne Stimmen wollen neue Gespräche über gemeinsames Krankenhaus mit dem Franziskus

Über einen Neubau der Diako wird seit Beginn dieses Jahrzehnts gesprochen. Genauso lange wird auch über eine mögliche räumliche Fusion der beiden konfessionellen Krankenhäuser nachgedacht. Seit der frühere Kaufmännische Direktor der Diako, Karlheinz Vorwig, im Ruhestand ist, sind beide Themen weitgehend aus der öffentlichen Diskussion verschwunden – bis vor wenigen Tagen. Da hat der Umwelt- und Planungsausschuss einen Bebauungsplan für die Diako auf den Weg gebracht – für das heutige Gelände zwischen Westlicher Höhe und Duburg, mithin nur die Diako.

Einen Plan für die Neubebauung gibt es längst, den hatte Vorwig noch bei einem Architekten in Auftrag gegeben. Dessen Umsetzung kommt einer Operation am offenen Herzen gleich: Bei laufendem Krankenhaus-Betrieb muss das alte Haus abgerissen und daneben quasi ein neues aufgebaut werden. Denkmalgeschützte Teile wie zum Beispiel die Kirche und erst in den letzten Jahren errichtete Gebäude müssen dabei erhalten und integriert werden.

Der städtische Bebauungsplan hingegen ist zunächst einmal eine politische Aussage, ein Signal in Richtung Landeshauptstadt. Damit sagt man der Landesregierung, die den Diako-Neubau finanzieren muss: Wir, die Stadt, stehen an der Seite der Diako, heißen die Baupläne gut, sorgen für die baurechtliche Einbindung in den Stadtteil. Ergänzen könnte man: Und träumen nicht mehr von einem Neubau beider Krankenhäuser auf der grünen Wiese.

Der Bebauungsplan wird einen Rahmen setzen, innerhalb dessen die Diako ihre Pläne umsetzen kann. Die Stadt achtet dabei auf die Bauhöhen, um eine Verschattung benachbarter Wohnhäuser zu vermeiden, auf die verkehrliche Erschließung und auf Details wie den künftigen Standort des Hubschrauberlandeplatzes, der möglichst zentral liegen soll, um die Nachbarn weniger zu stören.

Doch im Planungsausschuss, der die Aufstellung des Bebauungsplans einstimmig absegnete, wurde dann doch der Wunsch nach einem gemeinsamen Krankenhaus noch einmal laut, zumal auch das Franziskus-Hospital millionenschwere Baupläne hat. Dessen Wirtschaftsdirektor Klaus Deitmaring wohnte als interessierter Zuhörer der Sitzung bei, obwohl es „nur“ um die Diako ging. Er bat um das Wort, woraufhin die Sitzung unterbrochen wurde. Fast schon händeringend bat er darum, das Fass „gemeinsames Krankenhaus“ nicht wieder aufzumachen. Man stehe auf der Prioritätenliste für die Krankenhaus-Finanzierung ganz oben; beginne man die alte Diskussion wieder, laufe man Gefahr, diese Positionen zu verlieren – und dann könnten Neubauten für beide Häuser auf Jahre in die Zukunft verschoben werden.

Ex-Direktor Vorwig hatte nie ein Hehl daraus gemacht, dass er einen gemeinsamen Neubau am Stadtrand favorisieren würde. Damit wäre nicht zwingend eine Fusion der konfessionell unterschiedlichen Häuser verbunden gewesen. Doch die katholisch geprägten Malteser zogen eine Entwicklung auf ihrem Grundstück vor, auf dem es offenbar nicht ganz so beengt zugeht wie bei der größeren Diako. Zudem wären die Kosten für einen gemeinsamen Neubau enorm gewesen.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 06:36 Uhr

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