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Schwarzental in Flensburg : Startschuss für ein neues Viertel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt bringt die Planung für 400 neue Wohnungen im Bereich Schwarzental/Meiereistraße auf den Weg.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Es ist nach dem Bahnhofsumfeld das zweite innerstädtische Großprojekt, das das Gesicht der Stadt dauerhaft ändern wird und zudem in erheblichem Maße für neuen Wohnraum sorgen soll. Die kleine Stichstraße Schwarzental, in die sich manch ein Flensburger vermutlich sein ganzes Leben lang nicht verirrt, ist Namenspate für das ambitionierte Projekt. Gestern hat der Umwelt- und Planungsausschuss der Ratsversammlung den Grundsatzbeschluss gefasst und einen Bebauungsplan angeschoben.

Dessen Inhalt ist aber noch unbekannt. Was dort wie und wo gebaut wird, soll ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb ergeben, der parallel zum Bebauungsplanverfahren läuft. Das Areal zwischen Harrisleer Straße im Norden und den früheren Motorola-Flächen im Süden besteht – grob gesagt – aus drei Teilgebieten: das Landschaftsschutzgebiet Schwarzental im Westen, die Bundeswehr-Flächen (frühere StOV) in der Mitte und der Gewerbehof mit Zufahrt vom Junkerhohlweg im Osten (siehe Karte rechts). Dazu gehören die Meiereistraße und die Amselstraße, ein kleiner Block der Neustadt-Bebauung und eine Verbindung vom Junkerhohlweg zum Plangebiet. Ziel ist, dass das Landschaftsschutzgebiet weitgehend erhalten bleibt.

Das integrative Verfahren ist Neuland für die Stadt. Damit will man Zeitverlust und Frust, den man mit früheren Wettbewerben erlebt hat, vermeiden. In den Wettbewerb, an dem sich in der Regel Architekten und Stadtplaner beteiligen, sollen mögliche Investoren – zum Beispiel Wohungsbau-Unternehmen – gleich eingebunden werden. So soll verhindert werden, dass der Wettbewerb ein tolles Projekt auf Platz 1 setzt, das dann aber niemand bauen will. So ist es vor ein paar Jahren beim Baugebiet am Wasserturm geschehen, das dadurch um über ein Jahr verzögert wurde.

„Die Prognosen für die Bebaubarkeit sind um ein Vielfaches günstiger als am Bahnhof“, sagte Stadtplanungschef Peter Schroeders, „Ziel ist ein Baubeginn 2017.“ Nicht nur soll ein bestimmter Anteil an sozialem Wohnungsbau realisiert werden, sondern auch unterschiedliche Wohnungstypen und Zonen, so dass mehrere Investoren parallel bauen können. Schroeders will schnell loslegen: „Wenn die Asylbewerber anerkannt werden, stehen sie neben den anderen Interessenten für günstige Wohnungen.“ Die Anspannung auf dem Wohnungsmarkt werde deutlich zunehmen. Bei Enthaltung der Linken, die immer noch eine eigene städtische Wohnungsbaugesellschaft anstreben, wurde die Planung ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht.

Mit dem Schwarzental-Projekt soll einerseits dem nach wie vor großen Bedarf an neuem Wohnraum Rechnung getragen werden. Andererseits ist es erklärtes Ziel, den gesamten Stadtteil Neustadt weiter aufzuwerten; dabei ist dieses Wohnbauprojekt ein Schlüsselprojekt. Direkt südlich schließen sich auf dem früheren Motorola-Gelände das Jugendaufbauwerk und das private Wohngruppen-Projekt Eckener-Straße 28 mit hochwertigem Geschossbau an.

Doch auch die Planungen für das Projekt „Skolehaven“ an der Ecke Duburger Straße / Gartenstraße sowie die geplante Aufwertung der Neustadt rund um die Walzenmühle sind wesentliche Bestandteile der Roadmap in die Zukunft dieses Stadtteils. Allerdings ist für den Walzenmühlenplan die Fertigstellung des Stadtteilzentrums an der Gasstraße Voraussetzung.

 

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