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SG-Torwart Rasmussen : Starkes Band zwischen Vater und Sohn

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sören Rasmussen und sein Sohn Marius sind unzertrennlich. Aufopferungsvoll kümmert sich der Torhüter der SG Flensburg-Handewitt um den Vierjährigen, der an Diabetes erkrankt ist.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 08:21 Uhr

Flensburg | Eine ganz besondere Nähe verbindet Sören Rasmussen und seinen Sohn Marius. Möglichst immer möchte der vierjährige Filius mit zu den SG-Spielen. Schon wenige Augenblicke nach Abpfiff strahlt der Kleine auf dem Arm seines Papas. Auch beim Einkaufen im Wohnort Handewitt oder beim Essen in der SG-Lounge sind Rasmussen und Sohn unzertrennlich. „Ich genieße es sehr, wenn mein Sohn mit dabei ist“, sagt der dänische Torwart, der im Sommer 2010 als dänischer Meister von Aalborg an die Flensburger Förde kam. Wahrscheinlich ist die tägliche Freude, dass es Marius gut geht, der Grund dafür. Denn der Vierjährige war für seine Eltern lange ein Sorgenkind.

Dem Jungen ging es einige Zeit nicht gut, er war schlapp und trank viel. „Das deutete auf Diabetes hin, aber wir dachten, diese Krankheit haben doch nur Erwachsene“, erinnert sich Sören Rasmussen. Doch Marius ist tatsächlich zuckerkrank. Heute ist er gut eingestellt, doch die Diabetes ist noch immer ein täglicher Begleiter der Familie. Alle paar Stunden müssen die Blutzuckerwerte des Kindes gemessen werden, auch nachts. „Mich um unser Kind zu kümmern, ist auch meine Aufgabe, nicht nur die meiner Frau“, betont Sören Rasmussen. Am liebsten schläft Marius nachts bei seinem Papa. „Früher hätte mich das gestört. Heute stresst es mich nicht mehr, nachts aufzustehen und weniger zu schlafen“, sagt der 1,93 Meter große Däne, der intuitiv weiß, wann und was sein Sohn essen muss.

Gesunde Nahrung ist ein Thema, das Sören Rasmussen schon seit vielen Jahren beschäftigt. „Das für mich passende Essen zählt wie die Video-Analyse zur optimalen Vorbereitung. Im Spiel kann ich nur das jeweils Beste geben, doch ich kann und will mich immer optimal vorbereiten“, betont der Keeper. Besonders wichtig ist das Frühstück, für das Sören Rasmussen jeden Morgen selbst eine große Schüssel Müsli mit Obst mischt.

Hat er keine Probleme damit, hinter Mattias Andersson die Nummer Zwei im SG-Tor zu sein? „Nein. Wir verstehen uns bestens, wir verstehen uns blind. Jeder im Team hat seine Aufgabe, und wir können nur erfolgreich sein, wenn jeder alles dafür gibt, um seine Aufgabe bestmöglich zu erfüllen“, sagt Rasmussen. Trainer Ljubomir Vranjes betont immer wieder, dass jede dieser Aufgaben gleich wichtig ist. „Ich bewundere auch Ljubos Bauchgefühl, wenn es darum geht, wer von Beginn an im Tor steht und wann gewechselt werden sollte.“

„Wäre das zweite Kind erkrankt, hätten wir auch das geschafft“

Doch egal, ob Rasmussen 60 oder keine Minute im Tor steht – „ich bin nach jedem Spiel gleich kaputt, denn ich spiele in Gedanken jede Sekunde mit, da ich ja auch zu jederzeit eingewechselt werden kann und dann sofort im Spiel sein muss“, erläutert der Torwart, von dem das SG-Publikum noch nie einen Wutausbruch erlebt hat. „Es gibt Torhüter, denen es hilft, wenn sie richtig sauer werden. Mich würde das nur in meiner Konzentration stören“, sagt der Profi, der sich durch und durch als positiven Menschen definiert. „Ich vertraue voll und ganz der Zukunft, sie wird uns den richtigen Weg weisen.“

Doch die Zukunft der Rasmussens wird wohl nicht in Flensburg liegen. Sörens Vertrag endet mit dieser Saison, auf eine Verlängerung deutet bisher nichts hin. „Wir werden vieles vermissen – diese schöne Stadt, viele liebe Freunde und Nachbarn und natürlich diese tollen Fans, die durch ihre Unterstützung so manchen Punkt für uns gewonnen haben“, sagt der Mann, der sich topfit fühlt und gerade wieder ins dänische Nationalteam berufen wurde. „Auf meinem derzeitigen Niveau werde ich noch ein paar Jahre spielen können“, ist sich Rasmussen sicher. Sein bester Ausgleich ist die Zeit mit der Familie. „Wir spielen und reden viel. Der Fernseher bleibt fast immer aus, auch auf ein Handy könnte ich gut verzichten“, sagt der Däne, der sich gerne mal einen guten Rotwein gönnt.

Mit Blick auf Marius’ Diabetes begleiteten einige Sorgen die zweite Schwangerschaft von Pialiv Rasmussen. Doch zum Glück ist der zweite Sohn, der einjährige Liam, kerngesund. „Falls es anders gekommen wäre, hätten wir zusammen auch das geschafft“, betont der zweifache Papa. Ist Familie Rasmussen mit den beiden Jungs perfekt? „Es fehlt noch ein Hund. Unser Golden Retriever ist vor kurzem leider gestorben, Marius war sehr traurig“, sagt Sören Rasmussen. Zum Trost hat er mit seinem handballbegeisterten Sohn ziemlich oft das gespielt, was bei den Heimspielen in der Flens-Arena abgeht. „Marius durfte ins Tor, ihm zuliebe habe ich sogar den Anders Eggert gespielt“, schmunzelt Rasmussen.

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