zur Navigation springen

Flensburger Werft : Stapellauf mit den Toten Hosen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flensburger Schiffbaugesellschaft feiert den zweiten Festtag mit der niederländischen Rolldock-Reederei – und hofft auf den nächsten Auftragsabschluss.

Die Musik der Toten Hosen dröhnt unüberhörbar aus den Boxen in der Werfthalle. „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.“ Peter Sierk geht es nicht anders. Der Chef der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) hat gestern Mittag während seiner Rede aus Anlass des Stapellaufs für das Schwergut-Transportschiff „Rolldock Storm“ über das ganze Gesicht gestrahlt. Sie ist das Schwesterschiff der Rolldock Star und wurde ebenfalls für die niederländische Reederei Rolldock BV gefertigt. Die Rolldock Storm soll im April ihren Betrieb auf hoher See aufnehmen.

Bis es soweit ist, kommt auf etliche der rund 2000 Arbeiter, die in den vergangenen knapp neun Monaten mit dem Schiffsbau beschäftigt waren, noch einiges zu: „Das Deckhaus wird aufgesetzt, Maschinen müssen angeschlossen werden und voraussichtlich an diesem Wochenende werden die Kransäulen auf dem Transporter montiert“, berichtet ein FSG-Ingenieur. Denn das Schiff soll über zwei Kräne verfügen, die jeweils bis zu 700 Tonnen Last heben können. Zudem hat der Transporter höhenverstellbare Heckrampe und Lukendeckel, um sich an verschiedene Pierhöhen in den Häfen anzupassen.

Nicht zuletzt deshalb nennt FSG-Chef Sierk den Bau eines Schiffes „eine der schwierigsten Aufgaben“ und lobte die hervorragende Teamarbeit bei FSG. Umso mehr freut er sich daher über das Kompliment eines Fachmanns einer fremden Werft, das geradezu einem Ritterschlag gleicht. „Der Mann war äußerst angetan von der Qualität des Transporters Rolldock Storm.“

Das ist auch Vout van der Zwan. Der Geschäftsführer von Rolldock BV bemerkt mit einem Augenzwinkern, dass Rolldock Storm durch „Christian“ eine ganz neue Bedeutung bekommen hat. Der Sturm beschädigte das Hallendach und sorgte für Verzögerungen. „Der Stapellauf hätte ursprünglich zwei Wochen eher stattfinden sollen“, sagt der stellvertretende Vertriebs-Chef Raimon Strunck. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Rückstand aufzuholen.“

Zwar bezieht sich Struncks Aussage auf das mit der Reederei vereinbarte Lieferdatum, doch die nächsten Aufträge stehen offenbar schon in den Startlöchern. „Noch gibt es nichts Neues zu vermelden hinsichtlich neuer Aufträge, aber wir befinden uns in sehr interessanten Gesprächen.“ Vor drei Wochen gab die FSG bekannt, im besten Fall dieses Jahr zehn neue Bauaufträge an Land ziehen zu können (wir berichteten).

Diesen Optimismus teilen auch FSG-Arbeiter. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt.“ Die für Februar angekündigte Kurzarbeit sei daher auf Eis gelegt worden. Dazu sagte ein Arbeiter: „Wir sind guter Hoffnung, dass es gar nicht erst soweit kommt.“

Von solchen Themen haben sich die Arbeiter, die FSG-Führungscrew und die vielen Besucher gestern aber nicht die Feierlaune verderben lassen wollen. Zahlreiche von ihnen zückten Handy oder Kamera, um den Stapellauf in die Förde festzuhalten und schwenkten kleine Niederlande-Fahnen. Wenige Sekunden später ist das Spektakel wieder vorbei. Zu diesem Zeitpunkt ist die Musik der Toten Hosen schon lange verstummt.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Feb.2014 | 08:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen