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Spezialschiff : Stapellauf in Flensburg: Hup Holland Hup!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über 200 Niederländer bejubeln den Stapellauf des ersten in Flensburg gebauten Spezialschiffs für das Rotterdamer Unternehmen Rolldock BV.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 10:37 Uhr

Flensburg | Der normale Tiefgang beträgt etwas über fünf Meter. Doch die Rolldock Star, die gestern bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft vom Stapel lief, kann auch 12 Meter tief abtauchen - dann läuft sie fast voll, ohne zu sinken. Dafür kann sie dann aber heckseitig eine schwimmende Last aufnehmen, zum Beispiel ein kleineres Schiff. Sie kann aber auch eine 700 Tonnen schwere Einzellast von einer Kaikante aufnehmen, dazu bekommt sie später zwei Kräne. Die Rolldock Star ist ein multifunktionales Spezialschiff, das anspruchsvolle und besonders schwere Ladung transportieren kann.

Die große Halle der Werft war wieder einmal rappelvoll. Das große Podest fiel diesmal besonders groß aus, weil die Holländer mit über 200 Personen angereist waren: Männer in Anzügen, elegante Damen, bunt gekleidete Kinder, ein paar Jugendliche, sogar ein blauer Kinderwagen wurde auf das Podest gehievt. FSG-Chef Peter Sierk lobte die Belegschaft für den Rieseneinsatz, für Überstunden und abgesagte Urlaube, und scherzte mit Rik Hofste, Fleet Manager bei Rolldock, über Fußball.

Anneke van Maldegem, Gattin des Fleet Managers Edwin van Maldegem, war es vorbehalten, die Sektflasche am mächtigen Stahlrumpf zu zertrümmern. Dann erklang die niederländische Nationalhymne "Het Wilhelmus", nach einer kurzen Pause die deutsche - doch die wurde übertönt von der Schiffssirene, die losdröhnte, als sich der Rumpf mit einem Ruck in Bewegung setzte und seinem Element entgegen glitt. Jubel, Beifall, glückliche Gesichter.

Flottenmanager Rik Hofste ging nicht sofort zum Buffet im Verwaltungsgebäude, sondern erstmal auf das Werftgelände, um eine zu rauchen. Ja, man habe gut mit den Flensburgern zusammengearbeitet, und er könne sich gut vorstellen, dass diese Zusammenarbeit in weitere Projekte mündet. Aber fest zusagen wollte er das nicht, schon gar nicht gegenüber der Presse.

Die FSG baut zunächst einmal zwei dieser Spezialschiffe für Rolldock, die Rolldock Star und die Rolldock Storm, die im April abgeliefert werden soll. Dazwischen schieben die fleißigen Schiffbauer noch ein Forschungsschiff für Western Geco. Die großen weißen Bauteile, die seit Wochen im abgesperrten Bereich des Harniskai lagern, sind für dieses Schiff bestimmt. Und in wenigenTagen wird die Oceanex Connaigra, der rote Neubau für Kanada, der schon seit Wochen an der Pier als Fotomotiv für die Wohnmobilisten gegenüber dient, abgeliiefert. 

Die FSG, die derzeit "nur" bis Ende 2014 ausgelastet ist, hofft auf zwei weitere Aufträge von Rolldock. Die Niederländer hatten die Schiffe eigentlich  bei einer Werft in Indien bestellt, die Aufträge jedoch storniert und zwei davon an die FSG vergeben. Die verbliebenen zwei sind noch nicht vergeben. "Wir führen eine Reihe von Verhandlungen und sind optimistisch, dass wir auch einige Projekte umsetzen können", sagte Vicepresident Sales Raimund Strunck. "Aber die Unterschriften fehlen halt noch."

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