Flensburger Werft : Stapellauf im Morgengrauen

Als Flensburg noch schlief, waren Mitarbeiter und Gäste der FSG hellwach – die „Amazon Conqueror“ lief frühmorgens um vier Uhr erfolgreich vom Stapel.
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Als Flensburg noch schlief, waren Mitarbeiter und Gäste der FSG hellwach – die „Amazon Conqueror“ lief frühmorgens um vier Uhr erfolgreich vom Stapel.

Das Offshore-Seismik-Schiff „Amazon Conqueror“ soll im Herbst von der Flensburger Schiffbau Gesellschaft an seinen Eigner übergeben werden.

shz.de von
13. Juni 2014, 06:00 Uhr

Das Niedrigwasser war schuld. Um dem für den gestrigen Vormittag erwarteten niedrigen Wasserstand im Flensburger Hafen zuvorzukommen, wurde der Stapellauf der „Amazon Conqueror“ um fast acht Stunden vorgezogen. Pünktlich um vier Uhr morgens glitt das 127 Meter lange und 28 Meter breite Seismik-Vermessungsschiff in die Förde – in fast gespenstischer Atmosphäre und von der Öffentlichkeit fast unbemerkt.

Allerdings hatten sich zahlreiche Gäste und Mitarbeiter eingefunden – trotz der frühen Stunde. „Obwohl wir kurzfristig umdisponieren mussten, lief alles planmäßig“, freute sich Raimon Struck, Vertriebsleiter bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft. Und FSG-Geschäftsführer Peter Sierk lobte ausdrücklich die gesamte Mannschaft seiner Werft, die an einem Strang gezogen und im Sinne des Kunden hochwertige Arbeit abgeliefert habe. „Wir können stolz sein auf das, was wir bis hierher schon erreicht haben.“ Kurz zuvor hatte das Schwesterschiff „Amazon Warrior“ die Ausrüstungspier verlassen. Bei beiden Schiffen handelt es sich um spezielle Offshore-Seismik-Schiffe. Sie werden künftig nach Erdöl- und Gasvorkommen suchen, die unter dem Boden der Weltmeere versteckt sind.

Der Innenausbau umfasst etwa 7000 Quadratmeter. Platz ist für 76 Einzelkabinen, Freizeit- und Gemeinschaftsräume (Kino, Sauna, Fitnessraum, Game-Room, Kombüse mit Self-Service-Bereich) sowie ein großes Rechenzentrum.

Eine unverzichtbare Rolle fiel einem imposanten Schwimmkran zu, der seit Mittwoch schon an der Schiffbrücke und an die Ostseite des Hafens unter Passanten Aufsehen erregt hatte. Der Einsatz von „Matador 3“ aus den Niederlanden stand nun unmittelbar bevor. Denn der „Conqueror“ fehlte noch das Deckshaus. Das wurde kurzerhand an den Haken genommen und fachmännisch aufgesetzt. Nachdem das Schiff fertig ausgerüstet ist, wird es voraussichtlich im Oktober an seinen Eigner übergeben – die in London ansässige Western Geco.

An der östlichen Hafenpier ist noch die „Rolldock Storm“ zu bewundern – der High-Tech-Frachter erhält hier den letzten Schliff und ist zu einem begehrten Fotoobjekt avanciert. Er war am Mittwoch offiziell an die niederländische Rolldock-Reederei übergeben worden und wird in den nächsten Tagen Flensburg verlassen.

Die Aufträge für die beiden Seismik-Schiffe werten die Flensburger Schiffbauer als erfolgreichen Einstieg in das weltweite Offshore-Geschäft. Das Kriterium Qualität, so Sierk, sei auch bei den weiteren Prototypen, die die Werft in den vergangenen zwei Jahren ins Bauprogramm genommen habe, entscheidend. „Allen Widrigkeiten zum Trotz, die bei neuen Projekten auftreten können: Wir Flensburger Schiffbauer haben auch in dieser schwierigen Phase zur Zufriedenheit unserer Kunden qualitativ hochwertige Schiffe abgeliefert und werden dies auch weiterhin tun“, sagte Peter Sierk. Es zeige sich einmal mehr, dass neben der Qualität absolute Vertrags- und Liefertreue, breit gefächerte Ingenieurskompetenz, Leidenschaft sowie maßgeschneiderte Schiffsentwürfe eine gesunde Basis für den Erfolg der FSG seien.

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