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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 11:59 Uhr

Kronsgaard : Ständiger Kampf gegen die Fluten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der neue Sprecher der AG Küstenschutz Ostsee heißt Hans-Walter Jens. Er setzt sich besonders für den Erhalt der Steilküsten ein.

Kronsgaard | Hans-Walter Jens aus Kronsgaard ist der neue Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz Ostsee. Damit ist er in die Fußstapfen von Dieter Matz vom Gut Oehe getreten, der bis vor zwei Jahren diese Funktion inne hatte und sie seinerzeit an Dieter Knoll aus dem Holsteinischen abgab.

Dem 67-jährigen Jens, seit 1978 Bürgermeister der Gemeinde Kronsgaard und zudem stellvertretender Amtsvorsteher der „Geltinger Bucht“, liegt der Küstenschutz am Herzen. Denn auch seine direkt an die Ostsee angrenzende Gemeinde ist immer wieder von Sturmfluten bedroht – und natürlich ist Kronsgaard Mitglied der Arbeitsgemeinschaft. Insgesamt haben sich 44 Gemeinden sowie Wasser- und Bodenverbände von der Lübecker Bucht bis zur Flensburger Förde für eine Verbesserung des Küstenschutzes zusammengeschlossen. Denn die Ostsee ist alles andere als eine „Badewanne“. Jüngst war es Sturm „Axel“, der die Ostsee aufpeitschte und für erhebliche Schäden an den Küsten sorgte.

Nachdem Hans-Walter Jens vor einem Jahr die Verwaltung des 1965 eröffneten Feriendorfes Golsmaas, die er seit 1973 innehatte, an seine Tochter Silke abgab, hat er mehr Zeit und die will er für die Arbeitsgemeinschaft einsetzen. „Wir müssen den Fokus der Öffentlichkeit verstärkt auf den Küstenschutz richten“, sagt Jens und fügt hinzu, dass dieser für die Ostküste gleichberechtigt mit dem an der Westküste sein müsse. „Wir dürfen nicht vernachlässigt werden, beide Küsten sind schützenswert.“ Und deshalb hat er einen parlamentarischen Abend im Nachgang einer Landtagssitzung in der Landeshauptstadt initiiert. Am 22. März will die Arbeitsgemeinschaft alle Landtagsabgeordneten informieren und für „unsere Forderungen sensibilisieren“.

Zu den Forderungen wird gehören, dass die Regionaldeiche den Status von Landesschutzdeichen erhalten. Es sei mehr Schutz erforderlich, um eine bessere Sicherheit für Leib und Leben, Hab und Gut der Menschen hinter den Deichen zu erreichen. Die Küsten müssen wehrhafter gemacht werden und dazu, so Jens, müsse das Land seinen Beitrag leisten. Dabei hält es Jens mit Hauke Haien aus der 1888 erschienenen Novelle „Der Deichgraf“ von Theodor Storm. „De nich will dieken, de mutt wieken“, heißt es da aus dem Munde Haiens, also: Wer nicht deichen will, muss weichen. Und das die Menschen weichen müssen, will Jens, der gelegentlich „Deichgraf der Ostküste“ genannt wird, verhindern. Das Argument, dass das, was an Strand bei Sturmfluten weggerissen wird, woanders angespült wieder angespült wird, lässt er nicht gelten. Die Erfahrung lehre, dass Nordost-Stürme Sandstrände „nehmen“ und Südwest-Stürme sie zurückbringen. Aber: die Nordost-Stürme überwiegen.

Geschützt werden müssen laut Jens auch die Steilküsten. Sie seien laut Landesnaturschutzgesetz schützenswert, doch dürfe der Mensch nicht tätig werden. Als trauriges Beispiel der Folgen, führt Jens die Habernisser „Huk“ in Steinberg an. Dort seien Abbrüche an der Tagesordnung: „Das können wir nicht hinnehmen.“ Steinaufschüttungen könnten dem entgegenwirken und Steilküsten schützen. Doch habe es Fälle gegeben, wo diese wieder entfernt werden mussten. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz hofft darauf, bei dem dem parlamentarischen Abend am 22. März positive Signale vom Land für die Küstengemeinden zu erhalten.

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