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5,9 Millionen Euro : Stadtwerke wieder in der Gewinnzone

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Stromabsatz geht zurück, Fernwärmeverbrauch steigt. 5,9 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2012. Campusbad-Übernahme verlief erfolgreich.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 08:04 Uhr

Flensburg | Die Stadtwerke Flensburg sind im Jahr 2012 zumindest in ihrem Kerngeschäft wieder in die Gewinnzone gefahren. Mit dem Verkauf von Strom, Fernwärme, Wasser und - in ganz geringen Mengen - Gas machten sie einen Gewinn von 5,9 Millionen Euro, nachdem im Jahr zuvor noch eine rote Million unterm Strich gestanden hatte. "Wir haben das Unternehmen stabilisiert und sind für die nächsten Jahre auf dem richtigen Kurs", ist Geschäftsführer Maik Render überzeugt.

Und das trotz rückläufigen Absatzes und Umsatzes. Nach 1,219 Milliarden Kilowattstunden verkauften Stroms in 2011 lag man 2012 mit 1,091 Milliarden deutlich niedriger - und das freiwillig. "Margen vor Umsatz", so Render. Mit anderen Worten: Im Interesse eines hohen Umsatzes wurde auch schon mal Strom verkauft, ohne dass etwas dabei übrig blieb für die Stadtwerke. "Wir fragten uns, ob wir Flensburger den Strom externer Kunden subventionieren", sagte Rolf Helgert, Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrates. Im externen Geschäft ging die Zahl der Kunden deshalb um 4000 auf 109 000 zurück, doch dieser "Verlust" wurde in den ersten Monaten des neuen Jahres schon wieder mehr als kompensiert. Über 70 Prozent der Stromkunden kommen nicht aus Flensburg, jeder vierte von ihnen bezieht Ökostrom.

Auch im abgelaufenen Jahr wurde das leidige Thema nicht rentierlicher Beteiligungen weiter abgearbeitet. Im April 2011 hatten die Stadtwerke noch 26 Beteiligungen, zwei Jahre später blieben noch acht übrig. "Jetzt sind allerdings zwei dazu gekommen", so Render, "das Campusbad und die Marbana." Erst am späten Donnerstagabend hatte die Ratsversammlung dem Erwerb dieser Firma zugestimmt, die, so Helgert, dem Campusbad bzw. der Betreiberfirma Fördebäder 300 000 Euro in die Kasse spült. Man habe sehr gute Verhandlungen mit der Marbana-Mutter Commerz-Real geführt, so Helgert. Jetzt habe man den hundertprozentigen Zugriff auf das Bad. Helgert lobte ausdrücklich die Verhandlungsführung von Oberbürgermeister Simon Faber und Bad-Chef Andreas Ostmann.

2013 steht der Weiterbau des neuen Gaskessels im Fokus. Render ist sich sicher, dass die geplanten Kosten von 128 Millionen Euro eingehalten werden; davon seien 50 Prozent bereits gesichert. Demnächst ist die Grundsteinlegung; geplant sei eine weitere Bürgerinformation, so Render, bei der man auch die Hochdruckleitung aus sieben Millimeter dickem Stahlrohr "zum Anfassen" präsentieren werde. Die neue Gasturbine benötige deutlich weniger Manpower, so dass langfristig Personal in der Größenordnung über 50 abgebaut werde, betriebsbedingte Kündigungen sind aber bis mindestens 2015 ausgeschlossen, versicherte Helgert. Mit der Eon-Netz werden in diesem Jahr die Verhandlungen über die Übernahme des Stromnetzes Harrislee fortgesetzt.

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