zur Navigation springen

Energie in Flensburg : Stadtwerke lösen 27 Jahre alte Kohlehalde auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gasturbinenanlage macht eiserne Reserve überflüssig – erstmals seit 50 Jahren im Juli ohne Kohle ausgekommen

Erstmals seit rund 50 Jahren sind die Flensburger Stadtwerke bei der Erzeugung von Wärme und Strom im Juli ohne Kohle ausgekommen. Die für kalte Winter als Reservevorrat angelegte Kohlehalde an der Batteriestraße löst das Unternehmen nun auf. Grund dafür sind stillgelegte Kohlekessel und der Einsatz der im vorigen Jahr in Betrieb genommenen, umweltfreundlicheren Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD). Ausschlaggebend für die Entscheidung, ob die Kohlekessel oder die neue Turbine genutzt werden, seien Brennstoff- und Strompreise. Durch den Einsatz seien die Kohlendioxid-Emissionen im Juli gesenkt worden.

Die 36  000 Tonnen schwere Halde gegenüber dem Verwaltungsgebäude werde seit 1990 als Reserve gelagert, um in besonders kalten Wintern und bei Ausfall einer Kohlelieferung über den Seeweg genug Vorrat zu haben. „Auf diese Reserve können wir nun verzichten, weil die GuD-Anlage zum Einsatz kommt. Umgerechnet sparen wir so rund drei Kohleschiffe ein“, erklärt Geschäftsführer Maik Render.

Mit dem Start des Betriebes der GuD-Anlage Ende vorigen Jahres seien zwei alte Kohlekessel ersetzt und stillgelegt worden. Damit haben die Stadtwerke ihren Brennstoffmix, der vor dem Bau der GuD-Anlage aus Steinkohle, Ersatzbrennstoffen und Holzhackschnitzeln bestand, um den Energieträger Erdgas erweitert. „Die Bedeutung der Kohle nimmt für uns weiter ab“, sagt Render. „Aus den verschiedenen Energieträgern, die wir bei der Strom- und Wärmeproduktion einsetzen können, ergeben sich unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten und Verwendungen. Je nachdem, welche Kombination wirtschaftlicher ist, kommen entweder Kohle oder Erdgas zum Einsatz.“ Bis Oktober wird das Umlagern der Kohle andauern.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 06:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen