Grünes Hufeisen : Stadtwanderweg immer noch im Stau

Landschaftliche Idylle mitten in der Stadt: Blick vom Engelsbyer Weg über das obere Tal der Osbek hinüber zum Schottweg.
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Landschaftliche Idylle mitten in der Stadt: Blick vom Engelsbyer Weg über das obere Tal der Osbek hinüber zum Schottweg.

Wanderweg im Osten der Stadt soll zunächst in einer Minimalversion verwirklicht werden / Umgehung der Gartenkolonie bleibt Zukunftsmusik

shz.de von
03. November 2013, 18:41 Uhr

Es ist eigentlich keine Herkules-Aufgabe für die Stadtverwaltung, die simple Idee eines Stadtwanderwegs von Förde zu Förde umzusetzen. Rund drei Jahre ist sie jetzt alt, ausgebrütet hatte sie der frühere WiF-Ratsherr Elmar Westphal, der viele Unterstützer mit ins Boot geholt hatte. Doch noch immer verharrt das so genannte Grüne Hufeisen in der Planungsphase – wenn es denn tatsächlich konkret geplant wird.

Die von Westphal skizzierte und etliche Male bereits abgelaufene Route beginnt am Ballastkai , führt den Lautrupsbach aufwärts bis nach Fruerlund und von dort in der Nähe der Osbek und durch das Osbektal wieder hinunter zur Förde nach Sonwik. Auf ihr durchwandert man einen Großteil von Flensburgs Osten auf naturnahen Wegen, ohne von viel Autoverkehr behelligt zu werden. Die meisten Wege sind bereits vorhanden, sie müssten verknüpft und ausgeschildert werden, damit auch auswärtige Spaziergänger die Route finden. An einigen Stellen müssen Geländesprünge überbrückt oder Buschwerk beseitigt werden.

Doch es gibt ein vermutlich gravierendes Problem: die Passage durch die Kleingartenkolonie 119 oberhalb der Osbek, zwischen Ostseeschule und Kraftfahrtbundesamt. Da die Kolonie vor allem im Winter häufig geschlossen ist, stehen Wanderer auf dem Grünen Hufeisen hier sicher häufig vor einer verschlossenen Tür. „In diesem Fall wird vor Ort eine Umleitung erklärt“, so Thomas Hansen, Sprecher der Stadtplanung: Statt oberhalb der Osbek mit besonderen Landschaftseindrücken geht es dann an der viel befahrenen Osterallee entlang. Elmar Westphal hingegen favorisiert eine andere Lösung. Er schlägt vor, einen Weg am Rande der Kleingartenkolonie direkt an der Osbek zu etablieren. Der müsste dann allerdings durch einen neuen Zaun von der Kolonie abgetrennt werden, während der vorhandene am Bach entfernt werden müsste. Mit anderen Worten: Es kostet.

An drei anderen Stellen geht es um die Frage, inwieweit man einen öffentlichen Wanderweg über Flächen führen kann, die die Stadt an Private verpachtet hat. Das betrifft die Grünfläche am Hang zwischen Engelsbyer Weg und Osterallee und eine Querverbindung von Fruerlundmühle nach Altfruerlundhof; auf beiden Flächen weiden zumindest zeitweise Schafe oder auch Robustrinder.

Bei ersten öffentlichen Begehungen stieß Elmar Westphal auf große Resonanz und viel Zustimmung. Der Verschönerungsverein hat sich bereit erklärt, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Mit der Beschilderung soll noch in diesem Jahr begonnen werden, so Hansen – zumindest für jene Teile des Wegs, die keiner weiteren Klärung bedürfen.

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