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Schlauchturm mit Schlagseite : Stadtplanung in Flensburg: Der schiefe Turm kommt weg

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Berufsfeuerwehr lässt den baufälligen Trocknungsturm abreißen. Planungen für eine neue Wache auf dem Hallenbad-Grundstück gehen voran.

Seine Zeit ist um. Der in Schieflage geratene Trocknungsturm an der Feuerwehrwache wird abgetragen. „Wir haben den Abbruch ausgeschrieben“, bestätigt Verwaltungssprecherin Asta Simon auf Anfrage. Turm-Herr Carsten Herzog geht davon aus, dass binnen der nächsten drei Wochen mit dem Abriss begonnen werden kann. Er wäre heilfroh drüber. „Momentan können wir wegen der Sicherheitsabsperrung nur noch über drei Viertel unseres Grundstücks verfügen. Und da ist es auch so schon eng genug.“

Anfang Februar hatte sich der 22 Meter hohe Trocknungsturm für den Abriss empfohlen. Jahrelang war er verlässlich maximal 39 Zentimeter aus dem Lot. Seitdem das Hallenbad abgetragen ist, neigt er sich gefährliche 45 Zentimeter dem Nachbargrundstück zu und scheint ganz haltlos zu werden. Ein inzwischen erstelltes Gutachten sieht eine Gefährdung als konkret an, der Turm ist seither gesperrt. Damit stehen der Berufsfeuerwehr eine Tankstelle, eine Wartungsrampe, Abstellplätze, Lagerräume, vor allem aber die Wasch- und Trocknungsanlage für Löschschläuche aus dem Baujahr 1954 nicht mehr zur Verfügung. Eine etwas altertümliche, aber wichtige Anlage, in der nach den Einsätzen dreckige Schläuche in Handarbeit geschrubbt, gebürstet, gespült, auf Undichtigkeiten überprüft und anschließend über eine Winde in den Trocknungsturm gezogen werden. Seitdem das am Munketoft nicht mehr geht, wäscht die Flensburger Feuerwehr auswärts. Einmal die Woche macht sich ein Transporter mit dreckigen Schläuchen auf den Weg zur Kreisfeuerwehrzentrale in Husum. Die Kollegen haben bereits, was Herzog als Nächstes kaufen muss: Eine moderne Reinigungsanlage, die übrigens ebenerdig arbeitet und ganz ohne Turm auskommt. „Wir holen gerade Angebote ein“, sagt der Chef. „Das Gute ist: Wir können diese moderne Anlage mitnehmen, wenn wir in die neue Wache umziehen.“

Die soll auf dem ehemaligen Gelände des Hallenbads entstehen. Auch hier greifen die Rädchen schon ineinander. Der Grundsatzbeschluss im Rat ist gefasst, im Fachbereich Vermögen wird ein Architektenwettbewerb für das grob mit 13 Millionen Euro Kosten veranschlagte Projekt vorbereitet, geht alles gut, könnte zwischen 2019 und 2021 gebaut werden. Und dann nicht nur die Feuerwehr.

Auf seiner nächsten Sitzung wird der Planungsausschuss den Bebauungsplan 298 aufstellen, der die künftige Bebauung am Munketoft nach dem Umzug der Wache regelt. Geplant sind Mehrfamilienhäuser, die Frage der Verträglichkeit von Feuerwehr und Wohnen (inklusive Bahnhofsumfeld werden über 500 neue Wohnungen entstehen) soll ein Lärmgutachten vertiefen, das in diesem Jahr erstellt wird. „Eine sehr wichtige Fragestellung“, räumt Herzog ein. Der Betriebslärm, vor allem aber die zahlreichen Einsatzfahrten von Rettungsdienst und Feuerwehr sind nicht jedermanns Sache. „Wir bemühen uns schon jetzt, Rücksicht zu nehmen“, sagt Herzog. „Wenn es geht, fahren wir nur mit Blaulicht raus, obwohl wir von Recht und Gesetz her grundsätzlich mit Martinshorn fahren müssten.“ Da auch die neue Verkehrsführung bei der Neuplanung eine große Rolle spielt, dürfte eine Vorzugsampel für die Feuerwehr gebaut werden. Dann können die Züge in aller Ruhe ausrücken.

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erstellt am 14.Feb.2017 | 06:31 Uhr

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