60 Jahre SBV : Stadtgeschichte zum Anfassen und Mitfeiern

Frisch gebackener  Crêpe im Einsatz gegen Heißhunger!
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Frisch gebackener Crêpe im Einsatz gegen Heißhunger!

Ein großes Stadtteilfest, eine Geburtstagsparty zum 60. - und Halbzeit für das Luftbild-Projekt "Mein Bild der Stadt" unserer Zeitung zum Stadtjubiläum: Vieles gab es zu feiern.

shz.de von
06. Juli 2009, 11:37 Uhr

Flensburg | Das hochkarätig besetzte Podium repräsentierte auf dem Vorplatz des SBV-Hauses an der Mürwiker Straße ein entscheidendes Stück Flensburger Stadtgeschichte: Zur Feier des 60. Gründungsjubiläums gestalteten Politik und langjährige Führungskräfte von Flensburgs führender Baugenossenschaft einen Festakt. Und jede Menge Mitglieder genossen einen ganzen Sonnabend lang ein abwechslungsreiches Geburtstagfest.

Mit Emil Lucas saß lebendige SBV-Geschichte auf der Bühne: Der mittlerweile 95-Jährige war bei der Gründung dabei. "Zur Versammlung 1949 bin ich von Kollegen überredet worden", erinnerte er sich. Der Abend sei lebhaft verlaufen. Wie viele andere hatte er Bedenken, ob damals die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum mit Hilfe einer Genossenschaft überhaupt möglich sei. "Aber der erste Vorsitzende Willi Sander hat sich durchgesetzt." Wohl auch, weil die SBV-Gründer gleich die Politik mit ins Boot nahmen: Sander wurde seinerzeit Mitglied der SPD - "das wurde per Los so entschieden", wie Lucas jetzt zur großen Heiterkeit des Publikums enthüllte. Der amtierende SBV-Vorsitzende Raimund Dankowski ernannte Emil Lucas "mit größter Dankbarkeit" zum Ehrenmitglied des Vereins.
Wohnungsbau mit sozialer Ader
Maßgeblich hat auch Helmut Schumann die Entwicklung der Wohnungsbaugesellschaft gefördert. Der langjährige Direktor und Vorstandsvorsitzende erinnerte an die Leistungen des SBV, in der Nachkriegszeit bitter benötigten Wohnraum geschaffen zu haben. Ein Meilenstein sei der Zusammenschluss von SBV und Wobau vor einigen Jahren gewesen. Besonders würdigte er das Wirken der SBV-Stiftung, die seinen Namen trägt: "Davon profitieren Senioren wie Kinder, und wir fördern viele soziale Einrichtungen", sagte er.

Dieses Engagement lobte auch Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner: "Die Stadt ist froh, den SBV zu haben. Gäbe es ihn nicht, müsste man ihn glatt neu erfinden." Weiterhin betonte der städtische Verwaltungschef, "dass wir 2006 bei der Veräußerung der Wobau-Wohnungen einen seriösen Partner mit regionaler Verantwortlichkeit gesucht - und im SBV gefunden haben."

Auf eine persönliche Historie beim Verein blickt auch kein Geringerer als Schleswig-Holsteins Innenminister Lothar Hay zurück - er ist Mitglied seit 1976. "Wir hatten Glück, eine SBV-Wohnung mit Platz für unsere drei Kinder zu bekommen. Das Wohnzimmer hatte zwar zwölf Ecken, aber der Blick auf die Ochsen-Inseln war grandios", erzählte der "Doppel-Genosse". Überhaupt sei die soziale Ausrichtung vorbildlich: "Der SBV kümmert sich auch um das jeweilige Wohnquartier, zum Beispiel mit Service-Wohnungen, und beschäftigt als erste Wohnungsgenossenschaft überhaupt zwei Sozialarbeiter - auch damit ist der SBV absolut zukunftsfähig!"

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