Glücksburg : Stadt will eine Betreute Grundschule

Möchte die Offene Ganztagsschule für Glücksburg: Schulleiterin Meike Thiermann vor einem hölzernen Stundenplan.
Möchte die Offene Ganztagsschule für Glücksburg: Schulleiterin Meike Thiermann vor einem hölzernen Stundenplan.

Kulturausschuss stellt Antrag auf Förderung zur Umstellung auf ganztägiges Angebot.

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31. März 2018, 12:32 Uhr

Glücksburg | Munkbrarup und Langballig haben eine und in Flensburg ist sie gang und gäbe: die Offene Ganztagsschule. In Glücksburg gibt es seit dem Jahr 2000 die „Betreute Grundschule“, eine Art Nebeneinrichtung zur Grundschule, die zu den üblichen Arbeitszeiten der Eltern kostengünstig, weil bezuschusst, immer dann bereit steht, wenn der Unterricht beendet ist. Die Stadt übernimmt die Organisation durch ihre Jugendpflegerin. Fünf Mitarbeiter in Teilzeit sind beschäftigt.

Verschiedene Gruppen in Glücksburg wünschen sich, dass aus dem Nebeneinander ein gemeinsames Ganzes unter der Leitung der Schule entsteht. Eine der Befürworterinnen ist Schulleiterin Meike Thiermann. „Gesellschaftliche Veränderungen bedeuten vielfach auch einen Wandel der Familien. So hat sich das Aufgabenfeld der Schulen, insbesondere der Grundschulen, in den letzten Jahren stark verändert“, begründete sie ihren Wunsch gegenüber der Stadt. Die Schule sei zunehmend gefragt im Bereich Freizeitgestaltung, Hausaufgabenkontrolle, Mittagessen. Alle diese Punkte vereine die Offene Ganztagsschule unter einem Dach. Die Organisation wäre einfacher. Derzeit sei es so, dass die Schule nachmittags AGs anbiete. Wer aber nicht in der Betreuten Grundschule angemeldet sei, habe zwischen Schulunterricht und AG-Beginn keinen geeigneten Aufenthaltsort. So manches Mal musste schon die Köchin einspringen.

Außerdem, so Meike Thiermann, fördere der Staat die Offenen Ganztagsschulen in einem höheren Maße. Statt den aktuell 9000 Euro gebe es bis zu 35 0000 Euro Förderung im Jahr. Da die Frist für einen Förderantrag heute abläuft, machten Schulleitung und Elternbeirat jetzt gemeinsam Druck bei der Stadt. Mittels eines Eilantrages, gestellt von Stadtvertreter Timo Petersen, wurde das Thema auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses gehievt. Der Beschluss, den Antrag fristgerecht zu stellen, fiel einstimmig. Die Meinungen darüber, wie sinnvoll die Offene Ganztagsschule für Glücksburg letztlich ist, sind aber noch nicht einheitlich. Zu wenig weiß man über die konkreten Zahlen. Ausschuss-Vorsitzender Michael Schulz verwies auf eine Arbeitsgruppe, die sich jetzt mit der Realisierung und den Kosten befassen müsse. „In der nächsten Sitzung wissen wir mehr“, sagte er. Sachbearbeiterin Annika Jürgensen konnte noch keine Zahlen nennen: „Das ganze Konstrukt muss jetzt durchgerechnet werden“, sagte sie. Timo Petersen ergänzte, dass das Personal der Betreuten Grundschule übernommen werde.

Bürgervorsteherin Dagmar Jonas begrüßte den erneuten Vorstoß in Richtung Offene Ganztagsschule. „Die Zeiten haben sich geändert. Es gibt mehr arbeitende Mütter. Dadurch ist die Nachfrage nach mehr Betreuung für die Kinder gestiegen. Es ist sinnvoll, alles in einer Hand zu haben“, sagte die scheidende Bürgervorsteherin, die sich nach der Kommunalwahl langsam aus der Politik zurückziehen will.

Von 130 Schülern in Glücksburg sind derzeit 55 in der Betreuung angemeldet. Nachmittags-Kurse im Segeln, Trommeln und Aikido werden laut Meike Thiermann sehr gut angenommen. 26 Anmeldungen im Aikido-Kurs im Februar veranlassten sie schließlich, das Gespräch mit der Stadt zu suchen.

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