Stadt will dem Förde-Park helfen

Glenn W.  Dierking
Glenn W. Dierking

Planer sehen akuten Handlungsdruck für das Einkaufszentrum am Südrand / Kein neuer Einzelhandel an der Schleswiger Straße

shz.de von
02. Juni 2014, 11:18 Uhr

Der Förde-Park darf sich erweitern, die Schleswiger Straße bekommt keinen zusätzlichen Einzelhandel: Das sind die beiden wesentlichen Bestandteile eines Beschlusses des Planungsausschusses zu einem kommunalpolitischen Dauerbrenner. Damit dürften zumindest mittelfristig größere Grundstücke an der Schleswiger Straße weiterhin brachliegen, weil sich die Mieten eher an (teureren) Einzelhandelsflächen als an Gewerbegebieten orientieren. An dieser Frage scheiden sich dann auch die Geister im zuständigen Umwelt- und Planungsausschuss.

So plädiert der SSW in aller Deutlichkeit dafür, den Tatsachen ins Auge zu sehen und mehr Einzelhandel im südlichen Teil der Schleswiger Straße zuzulassen. „Das ist reine Träumerei“, sagte Ratsherr Glenn Dierking, „es kommen keine Gewerbebetriebe. Da können wir warten, bis wir alle tot umgefallen sind.“ Es gebe genügend interessierte Bewerber, die mit ihrem Sortiment – Dierking nannte Fliesen, Küchen, Motorräder – der Innenstadt keine Konkurrenz machten.

Denn das ist bei allen Diskussionen um die Verteilung des Einzelhandels des Pudels Kern: Wie verträgt sich ein Beschluss mit dem Einzelhandel und damit dem Wohl und Wehe der Innenstadt? Schon die Erweiterung des Citti-Parks werde die Innenstadt 7,5 Prozent ihres Umsatzes kosten, hatten Gutachter ausgerechnet. Allein in den A- und B-Lagen der Innenstadt gab es im Frühjahr 2012 – neuere Zahlen nannte die Stadt nicht – Leerstände von 2910 Quadratmeter Verkaufsfläche; das entspricht in etwa der Fläche zweier moderner Supermärkte.

Für den Förde-Park „zeichnet sich ein akuter Handlungsbedarf ab“, sagte Sabine Hecht, in der Stadtplanung für den Einzelhandel zuständig. Ron Jeromin (WiF) bezweifelte allerdings ihren Hinweis auf einen Umsatzrückgang in dem vor rund 20 Jahren eröffneten Einkaufszentrum. Zwar habe der Förde-Park keinen Rechtsanspruch auf eine Weiterentwicklung, so Peter Schroeders, Leiter der Stadtplanung. Es sei aber fraglich, ob eine restriktive Haltung sinnvoll sei. Im Gespräch ist es, die Beschränkungen für das dort angebotene Warensortiment ein wenig zu lockern, ohne der Innenstadt damit eine weitere Konkurrenz zu bescheren. Auf der anderen Seite wird gehofft, dass man mit neuen, attraktiven Geschäften noch mehr Kunden der Region anlockt, von denen dann – hoffentlich – auch einige in die Innenstadt fahren – sei es um zu flanieren, ein Eis zu essen oder etwas zu kaufen.

Mit dem jetzt gefassten Beschluss, für den CDU, SPD und Grüne stimmten, ist für den Förde-Park noch nichts gewonnen; es wurde nur ein Rahmen gesetzt für eine Modifizierung des Einzelhandelskonzeptes. Auch der Bebauungsplan muss geändert werden; allerdings liegen bislang noch keine entsprechenden Anträge des Betreibers vor.

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