Neue Serie zum Thema Grün in der Stadt : Stadt-Wachstum frisst Grünflächen

Auch kleinere Grünflächen sind wichtig: Peter Albrecht spielt mit seinem Hund „Che“ im Park am St. Jürgen-Platz.
Auch kleinere Grünflächen sind wichtig: Peter Albrecht spielt mit seinem Hund „Che“ im Park am St. Jürgen-Platz.

Naturschutzbeauftragter Jürgen Uwe Maßheimer sieht einige Entwicklungen mit Sorge

shz.de von
10. Juli 2018, 06:27 Uhr

Grün ist die Farbe des Sommers. Die Menschen fahren in die Natur, halten sich in Parks und Gärten auf. Flensburg ist eine Stadt mit vielen solcher Flächen – aber wie lange noch? Seit Jahren wächst die Stadt, auch zu Lasten von Grünflächen. In einer Sommerserie schauen wir auf das Grün der Stadt, auf die Aktivitäten der Menschen im Grünen, aber auch auf gefährdete Areale.

Um das Grün in der Stadt kümmern sich die Gärtner und Landschaftsplaner. Einer schaut aber besonders genau auf die Flächen, auf denen die Natur noch freie Bahn hat: Jürgen Uwe Maßheimer, der Naturschutzbeauftragte der Stadt. Er ist so etwas wie das personifizierte grüne Gewissen Flensburgs.

Maßheimer schaut mit Sorgen auf das ungebremste Wachstum der Stadt, das immer wieder auch zu Lasten wertvoller Naturflächen geht. In einem Interview mit der Stadtredaktion nennt er unter anderem die Pläne für ein Hotel und ein Parkhaus an der Bahnhofstraße; hier ist eine Fläche mit Bäumen betroffen, die formal als Wald zu betrachten ist. Schützenswerte Flächen sieht er auch etwas weiter östlich zwischen Bahnhof und Campus, wo dem städtebaulichen Großprojekt Bahnhofsumfeld aus seiner Sicht wertvolle Grünflächen zum Opfer fallen könnten.

Doch Maßheimer sieht auch, wie Projekte wie der Bau der Osttangente nicht nur Grün fressen, sondern auch Grün schaffen können. So lobt er ausdrücklich die Schaffung neuer Wegeverbindungen in Zusammenhang mit dem Tangentenbau. Auch die Sicherung des Scherrebektals steht für den Naturschützer auf der Habenseite.

Immer wieder geraten Kleingartenkolonien ins Visier der Stadtplaner, wenn es um Wachstum geht. Jüngstes Beispiel ist das Zentralklinikum, das im Bereich Peelwatt auf Kleingartenflächen geplant ist. Am Wasserturm wurde ein hochwertiges Wohngebiet auf einer Kolonie gebaut, über weitere in der Nähe wird nachgedacht.

„Wenn man eine wachsende Stadt ist, kommt man in Bereiche, wo es auch um Grünflächen geht“, sagt Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Dann gehe es nicht mehr nur mit Innenentwicklung. Im letzten Jahrzehnt seien Grünflächen im Bereich Hochfeld, Kauslund und Peelwatt für Bebauung weggefallen.

Doch es gibt auch Tabus: Neben dem schon erwähnten Scherrebektal nennt Teschendorf Naherholungsgebiete wie den Volkspark und die Marienhölzung, das Naturschutzgebiet Twedter Feld sowie das Lautrupsbach- und das Osbektal, die dauerhaft von Bebauung frei bleiben würden.

Morgen: Das komplette Interview mit dem Naturschutzbeauftragten im Wortlaut

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