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Flensburger Hafen : Stadt sucht neue Ideen für den Parkplatz Schiffbrücke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Morgen erster Workshop – und danach sollen 40 Stellplätze für eine Woche freigeräumt werden.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 15:45 Uhr

Seit mehr als 50 Jahren werden die Flächen zwischen der Straße an der Schiffbrücke und dem Fuß- und Radweg entlang der Kaikante – mal mehr und mal weniger schick – als innenstadt- und hafennahe Parkplätze genutzt. Historisch waren diese Flächen bis in die Nachkriegszeit vor allem für das Be- und Entladen der per Schiff gelieferten und verzollten Waren reserviert. Die maritim-industrielle Nutzung lässt sich auf historischen Fotos aus dem 19. Jahrhundert nachvollziehen, mit Kränen bis in die 1930er Jahre. In den 60er Jahren ist hier das Parken schleichend eingeführt worden. Ein befestigter Parkplatz ist an der Schiffbrücke seit 1997, vier Jahre später wurde er richtig schick zu seinem heutigen Zustand ausgebaut.

Doch ist das die richtige Nutzung? Und welche anderen Ideen gibt es in der Bevölkerung? Diese Fragen wollen Oberbürgermeister Simon Faber und seine Stadtplaner morgen Abend von 18 bis 20.30 Uhr bei einem Workshop mit allen interessierten Bürgern im Europaraum des Rathauses nachgehen. Für Faber ist es ein Experiment: „Wie gehen unsere Bürger mit dieser innenstadtnahen reizvollen Fläche um?“ Der Prozess, der dann beginnt, sei viel spannender als die Frage, wohin die Autos müssten, findet Simon Faber. Um dies zu ermöglichen, wird nach dem Workshop ab 19. September eine gute Woche lang ein Teil des Parkplatzes von den Autos freigeräumt. Dabei geht es um den nördlichen, schmaleren Teil zwischen Oluf-Samson-Gang und Museumswerft – nach Angaben von Stadtplanerin Claudia Takla Zehrfeld sind das knapp 40 der 130 Parkplätze.

Ob Jugendliche, Vereine oder Künstlergruppen – alle könnten sich dann auf der freigeräumten Fläche breitmachen. „Wir wollen, dass sich die Menschen mit der Stadt beschäftigen“, sagt Takla Zehrfeld. Es gehe weniger um die Fragen von Parkplätzen oder Toiletten, sondern darum, zur Kreativität anzuregen. An den Verkehrs- und Mobilitätsfragen müsse gleichzeitig an anderer Stelle gearbeitet werden.

Für den Workshop, die Testphase auf der Schiffbrücke sowie eine Abschlussveranstaltung am 28. September um 16 Uhr an gleicher Stelle haben Faber und seine Planer die Hamburger Stadtforschungs- und Planungsagentur Orange Edge engagiert.

Deren Chefin Stefanie Bremer meint, in der digitalen Welt funktioniere die Bürgerbeteiligung vergangener Jahrzehnte nicht mehr. Der Workshop und die Testphase seien ein Angebot an alle Bürger, etwas auszuprobieren – ganz gleich, ob sich hier Künstler breitmachen, Tanzschüler hier üben oder Sportvereine Kunstrasen ausrollen und ein Tor aufstellen würden.

OB Faber zeigt sich für jede Wendung offen: „Die Frage, ob Parkplätze verzichtbar sind, hängt an der Frage: Wofür geben wir sie auf?“

 

 

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