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Wettbewerb : Stadt sucht Ideen für den Harniskai

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Oberbürgermeister Simon Faber ruft zum Ideenwettbewerb für eine kreative Zwischennutzung der Harniskaispitze auf.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Flensburg | Die Sicht ist gut, die Sicht ist weit. Zur Linken die FSG mit ihren zwei imposanten roten Neubauten. Geradeaus ist im Dunst über der Förde das dänische Kollund zu erahnen. Zur rechten Hand die Promenade und dahinter Sonwik. Es ist ein prächtiges Panorama, das sich vor dem Besucher des Grundstücks Harniskai 1 auftut. Noch türmen zwar die Baumaschinen, die sich an den Resten der Luftschlossfabrik abarbeiten, sortenrein getrennte Schuttberge auf. Aber wer hier steht, der weiß: Dieses Grundstück hat großes Potenzial. Bei der Entwicklung können ab sofort alle Flensburgerinnen und Flensburger helfen. Die Stadt sucht Vorschläge für eine Zwischennutzung der Harniskaispitze. In einem Pressegespräch gab Oberbürgermeister Simon Faber gestern den Startschuss für den Wettlauf der Ideen.

Seit der Räumung des besetzten Grundstücks am 3. Februar hat eine Abbruchfirma die aus den 60er Jahren stammenden Gebäude abgerissen. Helmut Pagel, der als Geschäftsführer des städtischen Sanierungsträgers für das Gelände verantwortlich ist, kann Flensburgs Flurstück 14 allerdings nur befristet zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Befristet deswegen, weil die rund 10  000 Quadratmeter Harniskaispitze aufgehen sollen in einem Gesamtkonzept für das Hafenostufer, das 2018 vorliegen soll und das maximale Haltbarkeitsdatum für die Zwischennutzung vorgibt. Das muss nicht zwingend heißen, dass ein einmal eingeschlagener Weg für die Harniskaispitze dann endet. „Wir werden in den nächsten Jahren am Ostufer viele Entwicklungsflächen gewinnen“, sagt der Oberbürgermeister. Das kurzfristig bereit stehende Gelände am Harniskai könnte der Experimentierkasten für Nutzungsideen mit hohem Öffentlichkeitsbezug werden. „Die Grundkriterien sind Belebung der Fläche und Erleben der Fläche“, so Faber. Hafen und Wasser sollen wie im Galwik-Park auch auf der Ostseite sichtbar und nicht-kommerziell erlebbar werden.

Über Jahrhunderte hat sich diese Frage für den Flensburger Hafen nicht gestellt. Aber, sagt Helmut Pagel: „Würde der Hafen boomen, säßen wir nicht hier.“ Nach Jahrhunderten, in denen der Hafen die Stadt gut ernährt hat, ist Flensburg aber bei der Fragestellung angekommen: Wie viel Wirtschaftshafen brauchen wir noch? Sicher, sagt Faber, die Hafenwirtschaft wird bei den anstehenden Veränderungen immer erster Ansprechpartner sein. Angesichts kontinuierlich zurückgehender Umschlagszahlen und kurzfristig frei werdender Gewerbeflächen ist aber der Zeitpunkt für eine grundsätzliche Diskussion gekommen. „Wir stehen vor einem sehr spannenden Prozess.“

Faber wies gestern mit Vehemenz darauf hin, dass Planung selten so demokratische Bedingungen vorfinde wie an der Harniskaispitze. Eine Fläche für alle, die gerne kritisieren, dass wahre Bürgerbeteiligung allzu häufig Investoreninteressen untergeordnet werde. „Hier ist Raum zum experimentieren“, so Faber. „Von hier aus können Impulse für das gesamte Ostufer ausgehen.“

Unter www.ihrsan.de sind ab sofort Teilnahmeunterlagen online abrufbar. Es gibt Vordrucke für Projektbeschreibungen, aber auch andere Bewerbungsformate sind kein Problem, teilte Pagel mit, der in der Projektbeschreibung wohl auch bewusst auf ein engmaschiges Raster verzichtete. Gastronomie, Sport, Kultur, Fantasie finden sich als allgemeine Oberbegriffe wieder, die große Fläche könne für Einzelprojekte falls erforderlich auch geteilt werden. Schon Ende Mai will die Stadt die erfolgreichen Projektideen vorstellen.

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