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Harniskai-Spitze : Stadt stellt Weichen für den Ostufer-Umbau

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das östliche Hafenufer soll von der Hafen- bis zur Harnisspitze, von der Eisenbahnüberführung bis Kielseng am Klärwerk zum Sanierungsgebiet entwickelt werden. Die Verwaltung sucht das Gespräch mit Harniskai-Besetzern.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Flensburg wagt den großen Wurf. Das östliche Hafenufer soll von der Hafen- bis zur Harnisspitze, von der Eisenbahnüberführung am ZOB bis Kielseng am Klärwerk zum Sanierungsgebiet entwickelt werden. Die Ratsversammlung segnete eine entsprechende Beschlussvorlage des Fachbereichs Planung und Entwicklung mit deutlicher Mehrheit ab – jetzt übernimmt der städtische Sanierungsträger die vorbereitenden Arbeiten dazu.

Es gilt eine ganze Reihe von Baustellen zu bündeln: Im Untersuchungsgebiet findet sich klassische Hafenwirtschaft neben Hotelnutzung, ein Museum für Yachtsportgeschichte neben einer Bootswerft, ein Baustoffgroßhändler neben einem „Italiener“, weiter nördlich eine durch Autonome besetzte Gewerbebrache neben einem bürgerlichen Yachthafen. Das Ganze flankiert von einem Straßenzug, über dessen Beschaffenheit – zwei oder vierspurig – heute im Planungsausschuss erneut gestritten werden dürfte. Kurzum: ein Traumgelände für jeden Stadtplaner.

Abgewogen werden jetzt denkbare Entwicklungen mit dem, was seit Jahrhunderten Bestand hat: dem Flensburger Wirtschaftshafen. Dessen nördliche Spitze steht dabei neben den verlassenen Großsilos im Fokus. Gegenüber der FSG sollte die Montagehalle für die Flugboote der windigen Briefkastenfirma Highship Ltd. entstehen. Die Stadt wickelt gerade die Reste der unternehmerischen Bruchlandung ab. Nachdem sie erfolgreich die Rückabwicklung des Pachtvertrages durchgesetzt hat, geht es um die Folgen und um die Kosten. Die ehemalige Pächterin, die Hamburger Tycoon GmbH, die dort die Gebäude bauen und an Highship vermieten wollte, hat auf die Fristsetzung der Stadt nicht reagiert. „Wir haben angefragt, wie sich Tycoon den weiteren Ablauf vorstellt, aber keine Antwort erhalten“, so Verwaltungssprecher Thomas Kuchel.

Damit dürfte sich auch die Frage erledigt haben, wer für die Räumung des Geländes zuständig ist, das zwischenzeitlich von alternativen Gruppen besiedelt wurde. Per Flugblatt teilten sie vergangene Woche jedenfalls mit, dass sie gekommen seien, um in der „Luftschlossfabrik“ zu bleiben. Beschlusslage in der Stadt ist, Kuchel weist darauf hin, dass für die kurz- bis mittelfristige Nutzung der Flächen öffentliche Beteiligung einschließlich der aktuellen Nutzer vorgesehen ist – aber unter der Bedingung eines geräumten Geländes. Eine Zuspitzung befürchtet Kuchel im Moment nicht. „Zur Zeit spricht die Stadtsanierung mit den Besetzern.“

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