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Nicht Sanierbar : Stadt plant drei neue Grundschulen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nicht wirtschaftlich sanierbar: Fruerlund, Ramsharde und Hohlwegschule sollen neue Gebäude erhalten.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | So etwas hat es in der Flensburger Kommunalpolitik vermutlich noch nicht gegeben: Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am Mittwoch (16 Uhr, Europaraum E 67) steht die Vorplanung für nicht weniger als drei Neubauten städtischer Schulen. Nach der Empfehlung der AG Bauzustandsberichte sind etliche Schulgebäude der Stadt in Ungnade der Baubehörden gefallen – nicht nur die Grundschulen, denen die erste Initiative gilt: „Es gibt einige Gebäude, die massiv saniert werden müssen, und mit den Grundschulen fangen wir an“, sagt Bildungsfachbereichsleiter Wolfgang Sappert.

Und da die Instandsetzung samt Brandschutz und energetischer Sanierung an drei Grundschulen nicht mehr wirtschaftlich sei, will die Verwaltung der Politik morgen einen dreifachen Neubau vorschlagen: den der Schule Fruerlund, den der Hohlwegschule auf dem Gelände der Käte-Lassen-Schule auf Jürgensby und der Schule Ramsharde auf dem Areal der Comeniusschule im Flensburger Norden. „Der Hauptgrund ist der bauliche Zustand, und das ist in der Tat eine große Herausforderung“, glaubt Sappert.

Unklar ist, ob es realistisch ist, drei Gundschulen zugleich zu erneuern. Allein die Planungskosten beziffert die Stadt mit 262  000 Euro (Schule Fruerlund), 162  000 Euro (Ramsharde) und knapp 232  000 Euro (Hohlwegschule), also insgesamt mehr als 650  000 Euro. Wie viel die drei Schulneubauten am Ende kosten könnten, ist bislang noch nicht beziffert. Bildungsmanager Sappert äußert sich lieber inhaltlich. Mit Offener Ganztagsschule, Nachmittagsbetreuung und neuen Professionen wie der Schulsozialarbeit bestünden ganz neue Chancen: „Wenn wir neu bauen, müssen wir Schule auch neu denken und nicht das Gebäude eins zu eins übertragen.“

Eine unmittelbare Verbindung der Neubauplanungen zu den in der Stadt angekommenen und weiter ankommenden Flüchtlingsfamilien hat die Planung nicht. Gleichwohl sagt Sappert: „Wir haben einen Sicherheitsaufschlag von zehn bis 20 Prozent bei den Schülerzahlen eingeplant.“

Hohlwegschule: Für Flensburgs ältestes genutztes Schulgebäude an der Glücksburger Straße könnten die Jahre gezählt sein. Die Beschlussvorlage sieht einen Neubau auf dem Gelände der Käte-Lassen-Schule vor. Das historische Gebäude mi einer Kapazität von 180 Schülern gilt als nicht beliebig erweiterbar, außerdem ist sie nicht barrierefrei. Um die Inklusion der Förderschüler voranzubringen, will die Stadt weitere Kooperationsstandorte neben der Schule Adelby schaffen – am Hohlweg scheint dies schwer möglich. Ein Neubau an der Käte-Lassen-Schule hätte nach Auffassung der Stadt Vorteile für beide Schulen. Hohlwegschüler könnten zum Beispiel Mensa und Halle der „Käte“ nutzen. Die Gemeinschaftsschule ihrerseits bekäme eine „Zubringerschule“ in direkter Nachbarschaft. Offen ist, was diese Lösung für den bereits beschlossenen Kita-Neubau auf dem Hohlwegschulgelände bedeuten würde. Deshalb bleibt alternativ eine Neubauplanung auf den weitläufigen Gelände hinter der jetzigen Schule denkbar.

Schule Ramsharde: Für die zuletzt wachstumsträchtige Schule mit derzeit 268 Kindern und vielen Anmeldungen für das neue Schuljahr ist ebenfalls ein Neubau auf dem Gelände der nahe gelegenen Gemeinschaftsschule geplant, der Comeniusschule. Hier soll eine Grundschule für 350 Kinder geplant und ein Kooperationsstandort für Förderzentren geschaffen werden. Auch an der Comeniusschule könnten Mensa, Sporthalle und weitere Einrichtungen von den Erst- bis Viertklässlern mitgenutzt werden. Die Schule Ramsharde ist bereits heute DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) mit derzeit 50 Kindern.

Die Schule Fruerlund, ein Bau aus der Nachkriegszeit mit Kapazität für 200 Kinder, soll eine Schule für 250 Grundschüler werden. Auch hier, wo bereits ein DaZ-Zentrum besteht, möchte die Bildungsverwaltung einen Kooperationsstandort für Förderzentren schaffen. In dem Neubau sollen auch die seit Jahren existierenden Pläne für einen Kindercampus mit Kita verwirklicht werden. Ein Schulneubau auf den jetzigen Areal, aber nicht zwangsläufig am Platz der heutigen Gebäude, wäre nach Auffassung der Stadt ein wichtiger Beitrag, die Attraktivität des Stadtteils Fruerlund zu steigern.

 

 

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