Kinderbetreuung in Flensburg : Stadt hofft auf 400 neue Kita-Plätze

Auch die Öffnungszeiten der Flensburger Kitas könnten langfristig steigen – hier die integrative Adelby1-Kita Preesterbarg, die ehemalige Kita Adelby.
Auch die Öffnungszeiten der Flensburger Kitas könnten langfristig steigen – hier die integrative Adelby1-Kita Preesterbarg, die ehemalige Kita Adelby.

Bildungsfachbereichsleiter Wolfgang Sappert geht derzeit sogar von einer Lücke von 500 Kindergartenplätzen aus

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04. Januar 2017, 16:30 Uhr

Die Flensburger Kita-Betreuung geht mit einer Sonderkonjunktur ins neue Jahr: Durch die nun startende Kita-Qualitätsoffensive entstehen in rund 240 Kita-Gruppen an der Förde rechnerisch 120 neue Erzieherstellen – plus 60 neue für Halbtagsstellen für Heilpädagogen. Mit diesen umgerechnet 150 zusätzlichen Vollzeitstellen soll die Betreuungsqualität in Flensburgs Kitas landesweit ganz nach vorne kommen. Seit dem Jahreswechsel soll es in den Kitagruppen in der Stadt sukzessive zwei statt bislang 1,5 Erzieher (pro 20 Kinder) geben und 2,5 statt bislang zwei Erzieher für zehn Kinder in Krippengruppen. Bislang konnte Kitas kaum Mitarbeiter zur Fortbildung schicken, und bei Krankheit war eine Vertretung schwer organisierbar.

Neben diesem Qualitätssprung, den Flensburgs Hausbesitzer (und indirekt auch Mieter) mit einem von 480 auf 690 Punkte steigenden Grundsteuerhebesatz bezahlen, geht es in der wachsenden Stadt Flensburg auch darum, mehrere hundert zusätzliche Kindergarten- und Krippenplätze zu schaffen.

„Wir planen auch den quantitativen Kita-Ausbau“, sagt Bildungsfachbereichsleiter Wolfgang Sappert. Ziel sei es, das Defizit von derzeit rund 500 Plätzen bis 2019/2020 um 400 Plätze zu reduzieren.

Die Stadt selbst plant eigene Kita-Neubauten in der Nordstadt an der Petri-Schule (siehe nebenstehenden Bericht) sowie im Umfeld der Hohlweg- und Fruerlundschule, die beide allerdings auch auf Schulneubauten warten. An der Petrischule hofft Sappert: „Mit viel Glück könnte die Kita Ende 2018 fertig sein.“ Als neue Hohlweg-Kita werden 120 Plätze geplant, die allerdings weitgehend die in die Jahre gekommenen Kitas Johannisstraße und Schwedenheim (zusammen 110) langfristig ersetzen sollen. Und in Fruerlund sind 90 Plätze geplant, wovon 55 die bisherige Kita Fruerlunder Straße besetzt.

Andere Kita-Träger könnten schneller sein. Die Ostseeschule in Mürwik plant im Umfeld der Schule ab Januar 2018 ein eigenes Kinderhaus zu eröffnen – eine Werkstatt-Kita mit 60 Plätzen plus Hort auf Basis der Montessoripädagogik. 65 Plätze sollen auf der Westlichen Höhe entstehen, wenn die Kita an der Roonstraße vielleicht noch dieses Jahr starten könnte. Und auch der ADS-Grenzfriedensbund, der am Schottweg in Mürwik einen neuen Kindergarten plant, könnte früher öffnen. Außerdem plant der rege Träger Adelby1 eine Erweiterung an seiner neuen Zentrale Hochfelder Landstraße sowie eine Kita am Wohnprojekt Freiland (80 Plätze) sowie an der Werftstraße.

Insgesamt werden langfristig auch die Öffnungszeiten der Kitas tendenziell steigen. Acht Stunden sind längst an vielen Kindertagesstätten in Flensburg Standard, manche haben deutlich länger geöffnet.

Einen Überblick über die Kitas auf der Westlichen Höhe lesen Sie auf Seite 10. Bereits erschienen Nordstadt und Neustadt (28. Dezember).

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